Zypern macht Weg für EU-Sanktionen gegen Belarus frei

Zypern macht Weg für EU-Sanktionen gegen Belarus frei

Ein Gespräch mit Brüssel-Korrespondent Alexander Göbel am Morgen nach dem ersten Tag des EU-Sondergipfels zur Außenpolitik

Katrin Aue. Onlinefassung: Rick Reitler   02.10.2020 | 08:45 Uhr

Der EU-Sondergipfel in Brüssel hat sich am Abend des 1. Oktober auf Sanktionen gegen Belarus geeinigt. Möglich geworden sei der Sanktionsbeschluss erst, nachdem Zypern seinen Widerstand aufgegeben habe, erläutert Brüssel-Korrespondent Alexander Göbel im SR-Interview.

In der ersten Sitzung des des EU-Sondergipfels in Brüssel haben sich die Teilnehmer am Abend des 1. Oktober auf Sanktionen für 40 Belarussen aus dem Umfeld von Präsident Lukaschenko geeinigt. Sie sollen sich vor einigen Wochen des Wahlbetrugs und der Gewalt gegen Demonstranten schuldig gemacht haben. Lukaschenko selbst gehört nicht dazu.

Trumpf gegen Lukaschenko "im Ärmel"

"Das könnte sich noch ändern", sagte ARD-Korrespondent Ulrich Göbel im Gespräch mit SR-Moderatorin Katrin Aue. Diesen "Trumpf" wolle sich die EU wohl noch "eine Weile im Ärmel bewahren" - auch, um Belarus "nicht in die Arme Russlands" zu treiben.

Zypern lenkt ein

Möglich geworden sei der Sanktionsbeschluss erst, nachdem Zypern seinen Widerstand aufgegeben habe. "Zypern kann offenbar damit leben, weil die EU da schon sehr deutlich geworden ist", so Göbel.

Hintergrund:

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Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" vom 02.10.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Pressekonferenz nach dem EU-Gipfel vom 1. Oktober 2020 (Foto: dpa / Reuters Pool / Johanna Geron).

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