Atommüll: Standortsuche für Endlager geht weiter

Standortsuche für Endlager geht weiter

Ein Gespräch mit Hauptstadtkorrespondentin Sophie von der Tann über die Suche nach einem Endlager für Atommüll

Katrin Aue. Onlinefassung: Rick Reitler   28.09.2020 | 09:10 Uhr

Am 28. September will die Bundesgesellschaft für Endlagerung einen Zwischenbericht vorstellen, in dem sie eine Liste der möglichen Standorte für ein Atommüll-Endlager zur Diskussion stellt. SR-Moderatorin Katrin Aue hat schon kurz vorher mit Hauptstadtkorrespondentin Sophie von der Tann über den Stand der Dinge gesprochen.

Aufatmen in Gorleben: Wenn in gut zwei Jahren in Deutschland endgültig Schluss ist mit Atomstrom in Deutschland, wird das Städtchen im Nordosten Niedersachsens nach Recherchen des SPIEGEL wegen Sicherheitsbedenken wohl nicht als zentrales Endlager für Atommüll dienen müssen.

Zwischenbericht am 28. September

Wohin aber mit den dann rund 1.900 Behältern, die noch jahrtausende lang strahlen werden? Am 28. September will die zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung einen Zwischenbericht vorstellen, in dem sie eine Liste der möglichen Standorte zur Diskussion stellt. SR-Moderatorin Katrin Aue hat schon kurz vorher mit Hauptstadtkorrespondentin Sophie von der Tann über den Stand der Dinge gesprochen.

Zwischenbericht der BGE
Saarland als Atommüll-Lager ungeeignet
Das Saarland kommt als Gebiet für ein mögliches Atommüll-Endlager nicht infrage. Das geht aus einem am 28. September veröffentlichten Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hervor.


Hälte des Bundesgebietes möglich

Nach Informationen des SPIEGEL enthalte die Liste der Bundesgesellschaft viele potenzielle Endlager-Gebiete, die rund "50 Prozent der deutschen Landesfläche mit 90 Teilgebiete" umfassen, so von der Tann. Darunter befänden sich u. a. auch Standort-Optionen in Bayern und in Städten.

Entscheidung bis 2031

Bürger sollten zwar noch einige Jahre lang die Möglichkeit haben, Einwände vorzubringen, am Ende aber liege die Entscheidungsgewalt beim Bundestag. Laut Gesetz solle dessen Entscheidung spätestens 2031 vorliegen, "damit dann ab 2050 Abfälle in das Endlager gebracht werden können", so von der Tann.

Hintergrund:

tagesschau.de: Bericht der Bundesgesellschaft
Gorleben wird wohl kein Endlager
Nach jahrelanger Suche werden mögliche Regionen für neue Atommüll-Endlager vorgestellt. Gorleben ist offenbar aus dem Rennen. Der Streit ums Endlager ist vorhersehbar - das zeigt sich schon an einem Vorstoß Bayerns.


Ein Thema aus der Sendung "Der Morgen" vom 28.09.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt ein Anti-Atomkraft-Protestplakat (Archivfoto: SR Fernsehen).

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