75 Jahre danach: Gedenkstele für Euthanasie-Opfer in Homburg

Gedenkstele für Euthanasie-Opfer in Homburg

Ein Gespräch mit SR-Reporter Mirko Tomic zur Einweihung der Gedenkstele für die Opfer von Euthanasie und Zwangssterilisation zur Zeit des Nationalsozialismus

Holger Büchner. Onlinefassung: Rick Reitler   22.09.2020 | 08:40 Uhr

75 Jahre nach Ende des Hitler-Regimes wird am 22. September an der Homburger Uniklinik eine "Stele zum Gedenken an die Opfer von Euthanasie und Zwangssterilisation" eingeweiht. Für SR-Reporter Mirko Tomic ein ziemlich bescheidener Beitrag zur Erinnerungskultur. Ein Hintergrundgespräch.

Noch bevor die Nationalsozialisten jüdische Menschen im großen Stil den Vernichtungslagern zuführten, organisierten Behörden und Ärzteschaft die Zwangssterilisationen und Tötungen jener ihrer Landsleute, die nicht dem Rasse-Ideal des Hitler-Regimes entsprachen - etwa weil sie krank, behindert oder schwach waren. Im Saarland konzentrierten sich die Verbrechen vor allem auf die psychisch kranken Patientinnen und Patienten der beiden saarländischen Heil- und Pflege-Anstalten Merzig und Homburg.

"Großartig ist das nicht"

75 Jahre danach, am 22. September 2020, wird am Nachmittag auf dem Historischen Friedhof auf dem Gelände der Homburger Uniklinik eine "Stele zum Gedenken an die Opfer von Euthanasie und Zwangssterilisation zur Zeit des Nationalsozialismus" eingeweiht.

Für SR-Reporter Mirko Tomic ein ziemlich bescheidener Beitrag zur Erinnerungskultur: "Also großartig ist das nicht, was man da an Erinnerungskultur vorzeigt", kritisierte Tomic im Hintergrund-Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner.


Auch die Homburger Heilanstalt - heute Universitätsklinik des Saarlandes - nahm am Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten teil (Foto: SR Fernsehen / Mirko Tomic)
Am Nachmittag des 22. September wird auf dem Historischen Friedhof auf dem Gelände der Homburger Uniklinik eine "Stele zum Gedenken an die Opfer von Euthanasie und Zwangssterilisation zur Zeit des Nationalsozialismus" eingeweiht (Foto: SR Fernsehen / Mirko Tomic)

Aktenkartons mit "Euthanasie-Fällen" im Landesarchiv Saarland (Foto: SR Fernsehen / Mirko Tomic)
"Viele Akten sind verschwunden": ein Blick ins Landesarchiv Saarland (Foto: SR Fernsehen / Mirko Tomic)

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 22.09.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt eine historische Aufnahme aus einem SR-Beitrag, NS-Euthanasie im "Dritten Reich", Heimbewohner beim Hofgang in einer saarländischen Heilanstalt (Foto: SR Fernsehen / Mirko Tomic).

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