"Eine gewisse Art von Schweigekultur in der Polizei"

"Eine gewisse Art von Schweigekultur in der Polizei"

Ein Gespräch mit dem Essener Reporter Christoph Ulrich über Rechtsextremismus-Fälle bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen

Sonja Marx. Onlinefassung: Rick Reitler   17.09.2020 | 08:15 Uhr

Hat die Polizei in NRW ein großes Rechtsextremismus-Problem? Sollte sich angesichts der gerade aufgetauchten 29 Fälle der Verdacht erhärten, dass es "eine gewisse Art von Schweigekultur" gebe, stehe die Polizei vor einem "Glaubwürdigkeitsproblem", meint Reporter Christoph Ullrich im SR-Interview.

Im nordrhein-westfälischen Mülheim sollen 29 Polizistinnen und Polizisten in einer Chatgruppe Bilder von Hitler, Hakenkreuzen, Reichskriegsflaggen und Flüchtlingen in Gaskammern verbreitet haben. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) geht davon aus, dass nicht mehr von Einzelfällen gesprochen werden kann. Alle Verdächtigen wurden suspendiert, ein Sonderermittler und drei Behörden wurden eingeschaltet.

Glaubwürdigkeitsproblem droht

Hat die Polizei an Rhein und Ruhr wirklich so ein großes Rechtsextremismus-Problem? Sollte sich der Verdacht erhärten, dass es "eine gewisse Art von Schweigekultur bei der Polizei" gebe, stehe die Polizei vor einem "Glaubwürdigkeitsproblem", meint der Reporter Christoph Ullrich im Gespräch mit SR-Moderatorin Sonja Marx.

Mehr zum Thema:

tagesschau.de: Rechtsextremismus bei Polizei in NRW
BKA-Chef fürchtet Vertrauensverlust
Angesichts der rechtsextremen Chats bei der NRW-Polizei hat BKA-Chef Münch vor einem Vertrauensverlust in die Sicherheitsbehörden gewarnt. Alle Polizisten müssten jetzt handeln. Derweil wird der Ruf nach wissenschaftlichen Studien lauter.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 17.09.2020 auf SR2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja