Lesbos: Angst vor 27 untergetauchten "C-Positiven"

Angst vor 27 untergetauchten "C-Positiven"

Ein Gespräch mit ARD-Korrespondent Thomas Bormann über die aktuelle Lage auf der griechischen Insel Lesbos

Jochen Marmit. Onlinefassung: Rick Reitler   10.09.2020 | 07:25 Uhr

Nach den verheerenden Brandstiftungen im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos hat sich bei großen Teilen der Inseleinwohner Angst und Aversion gegen die nun Obdachlosen entwickelt, denn 27 Corona-Positive aus dem Lager seien irgendwo auf der Insel untergetaucht. Ein Interview zur Lage mit ARD-Korrespondent Thomas Bormann.

Der größte und wohl umstrittenste "EU-Hotspot" in Sachen Flüchtlingspolitik - das Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos - ist in zwei Nächten hintereinander mehren Brandstiftungen zum Opfer gefallen. 12.000 Menschen seien nun rund um das Camp obdachlos, berichtet Griechenland-Korrespondent Thomas Bormann im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Marmit.

Lösung nicht in Sicht

Die Polizei verhindere, dass die Betroffenen in die Dörfer der Insel gelangten, weil 35 Personen zuvor positiv auf Corona getestet worden seien, von denen 27 nun "irgendwie untergetaucht" seien. Bei der Inselbevölkerung herrsche deswegen große Angst und eine "Aversion" gegen die Flüchtlinge, so Bormann. Eine Lösung des seit Jahren schwelenden Konflikts um die Zukunft der Flüchtlinge sei nicht in Sicht.

Mehr zum Thema:

Nach Großbrand im Lager Moria
Saarland zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit
Die Landesregierung ist bereit, nach dem Großbrand im griechischen Flüchtlingslager Moria betroffene unbegleitete Kinder und Jugendliche im Saarland aufzunehmen. Das müsse in Abstimmung mit der Bundesregierung geschehen, sagte Ministerpräsident Hans.

Nach Brand im griechischen Flüchtlingslager Moria
Saar-Politiker fordern Aufnahme von Flüchtlingen
Die Grünen und die Jusos im Saarland fordern nach dem Großbrand im griechischen Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos von der Landesregierung die Aufnahme von Flüchtlingen. Ein Großteil des Flüchtlingslagers ist bei dem Feuer in der Nacht auf Mittwoch zerstört worden.

tagesschau.de: Deutsche Debatte nach Moria-Brand
"Das sind Europas Flüchtlinge"
Entwicklungsminister Müller drängt auf die Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria. In der ARD nannte er die Zahl von 2000 Migranten. Innerhalb der EU müsse eine "Koalition der Willigen" vorangehen. Aus NRW kommen andere Töne.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 10.09.2020 auf SR2 KulturRadio. Das Foto ganz oben zeigt Feuer im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos/Griechenland (Foto: dpa / Socrates Baltagiannis).

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja