"Wir sind ziemlich langsam auf der deutschen Seite"

"Wir sind ziemlich langsam auf der deutschen Seite"

Ein Gespräch mit dem St. Wendeler Bundestagsabgeordneten Christian Petry (SPD) zum Ausbau der Bahnstrecken zwischen Berlin und Paris

Holger Büchner. Onlinefassung: Rick Reitler   23.09.2020 | 07:45 Uhr

Der St. Wendeler Bundestagsabgeordnete Christian Petry (SPD) ist sich sicher, dass schnelle Bahn-Direktverbindungen zwischen Berlin und Paris kommen werden. Dazu bedürfe es allerdings auf deutscher Seite baulicher Veränderungen. Ein "langer Prozess" liege nun vor den Verantwortlichen.

Rund achteinhalb Stunden braucht man zurzeit mindestens, wenn man per Bahn von Berlin nach Paris fahren will. Die deutsch-französische parlamentarische Versammlung setzt sich für eine Verkürzung der Fahrtzeit ein - am besten um zwei Stunden. Dafür wäre aber ein Ausbau der beiden Verbindungsstrecken - jene über Saarbrücken und jene über Straßburg - nötig. Nun müssen sich der Bundestag und das französische Parlament mit dem Thema befassen.

Ausbau auf deutscher Seite nötig

Für den St. Wendeler Bundestagsabgeordneten Christian Petry (SPD) haben besonders die Strecken auf deutschem Boden bis Frankfurt am Main Optimierungsbedarf: "Da muss baulich Einiges verändert werden", sagte Perty dem SR, "wir sind ziemlich langsam auf der deutschen Seite".

Er sei sich allerdings jetzt schon sicher, dass eine Direktverbindung zwischen Berlin und Paris kommen werde. Alle wollten es, alle hätten mitgemacht, sagte Petry. Trotzdem liege noch "ein langer Prozess" vor den Verantwortlichen.

Das Geld für den Ausbau der Bahnstrecken soll von der EU, von Frankreich und Deutschland gemeinsam aufgebracht werden.

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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 23.09.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt den Bundestagsabgeordneten Christian Petry (Foto: Benjamin Morris).

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