Nach Präsidentschaftswahl: Es brodelt in Weißrussland

Hartes Vorgehen gegen Lukaschenko-Gegner

Ein Gespräch mit Moskau-Korrespondentin Christina Nagel am Morgen nach dem Wahlsonntag in Belarus

Holger Büchner. Onlinefassung: Rick Reitler   10.08.2020 | 07:25 Uhr

Nach dem überraschend klaren Wahlsieg des Amtsinhabers Lukaschenko steht in Weißrussland der Vorwurf der Wahlfälschung im Raum. Die Polizei ging am 9. August hart gegen Demonstranten vor. Im Lauf des Folgetages werde es sicher zu weiteren Straßenprotesten kommen, meint Korrespondentin Christina Nagel im SR-Interview.

Nach der Wiederwahl des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko ist es in mehreren Städten von Belarus zu schweren Zusammenstößen zwischen Oppositionsanhängern und der Polizei gekommen.

Warten auf offizielles Ergebnis

Die Lukaschenko-Gegner glauben nicht, dass die Herausforderin Swetlana Tichanowskaja kaum zehn Prozent der Wählerstimmen gewinnen konnte, während Lukaschenko nach bereits 26 Jahren im Amt noch immer vier von fünf Stimmen hinter sich haben könnte. Der Vorwurf der Wahlfälschung steht im Raum. Noch steht das offizielle amtliche Wahlergebnis aus.

Im Lauf des 10. August werde es sicher zu weiteren Straßenprotesten kommen, meint Korrespondentin Christina Nagel im Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner.

Weitere Informationen:

tagesschau.de: Präsidentenwahl in Belarus
Polizei geht gegen Demonstranten vor
Die belarussischen Staatsmedien verkünden zwar bereits den Wahlsieg von Machthaber Lukaschenko - die Opposition sieht jedoch dessen Rivalin Tichanowskaja vorn. In mehreren Städten kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.


Ein Thema aus der Sendung "Der Morgen" vom 10.08.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Demonstranten in Minsk, die am Abend des Wahlsonntags vor der Polizei weglaufen (Foto: dpa / AP / Sergei Grits).

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