"Hervorragende Leistung der italienischen Brückenbauer"

"Hervorragende Leistung der italienischen Brückenbauer"

Ein Gespräch mit dem Brückenbau-Experten Prof. Mafred Curbach, TU Dresden

Jochen Marmit. Onlinefassung: Rick Reitler   03.08.2020 | 07:45 Uhr

Knapp zwei Jahre nach der Autobahnbrücken-Katastrophe von Genua wird am 3. August das Ersatzbauwerk eingeweiht. Der Dresdener Brücken-Experte Prof. Manfred Curbach lobte im SR-Interview die Leistung der Brückenbauer und den verkehrspolitischen Weitblick in Deutschland.

Am 3. August wird in Genua nach knapp zwejähriger Bauzeit die neue Autobahnbrücke eingeweiht, die die im August 2018 eingestürzte vierspurige Morandi-Brücke ersetzen soll.

"Ästhetisch sehr gelungen"

Der Brückenexperte Prof. Manfred Curbach vom Institut für Massivbau der TU Dresden zeigte sich im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Marmit voll des Lobes für das neue Bauwerk: Die Brücke stelle nicht nur "eine hervorragende Leistung" der italienischen Brückenbauer dar, sondern sei sogar "ästhetisch sehr gelungen".

Das Unglück in Italien habe auch in Deutschland das Bewusstsein dafür verstärkt, dass es auch hierzulande alternde Brücken und Bauwerke gebe - und wie hoch die Gefahren sein könnten. Und da sieht Curbach offenbar keinen Grund zu großer Sorge: Die Bauindustrie und "der Bauherr" in Deutschland seien "top vorbereitet", um Risiken auf deutschen Autobahnbrücken auch in Zukunft gering zu halten.

Hintergrund

Am 14. August 2018 war in Genua die vierspurige Morandi-Autobahnbrücke eingestürzt. 35 PKW und drei Lastwagen wurden in die Tiefe gerissen, 43 Menschen starben. Der Vorfall steht auch für die marode Infrastruktur in ganz Italien. Dem Autobahnbetreiber Autostrade per l'Italia soll schon lange vor dem Einsturz bekannt gewesen sein, dass es Schäden an der Brücke gab. Bei der Staatsanwaltschaft läuft ein Mammutverfahren gegen mehr als 70 Verdächtige.

Weitere Informationen:

tagesschau.de: Brücken-Einweihung in Genua
"Wiedergeburt" nach der Katastrophe
43 Tote, Hunderte Verletzte: Vor zwei Jahren stürzte in Genua die "Ponte Morandi" ein. Italien war geschockt. In Rekordzeit entstand eine neue Brücke. Doch richtig feiern mag niemand.


Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" vom 03.08.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt die neue Autobahnbrücke in Genua, die am 3. August 2020 eingeweiht werden soll (Foto: dpa / picture alliance / ZUMA Press / Piero Cruciatti).

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