Virologe: "Ich glaube, dass wir das hinbekommen werden"

"Ich glaube, dass wir das hinbekommen werden"

Ein Gespräch mit dem Virologen Prof. Dr. Mirko Trilling über die Chancen auf einen Anti-Corona-Impfstoff

Katrin Aue. Onlinefassung: Rick Reitler   22.07.2020 | 07:45 Uhr

Der Essener Virologe Prof. Dr. Mirko Trilling ist optimistisch, dass ein Impfstoff gegen Covid-19 "mittelfristig" da sein wird. "Ich glaube, dass wir das hinbekommen werden", sagte Trilling im Gespräch mit SR-Moderatorin Katrin Aue. Es könne allerdings sein, dass dieser Impfstoff alle paar Jahre "aufgefrischt" werden müsse.

Spätestens seit Angela Merkels Ansage, nach der "Normalität" in Deutschland erst wieder einkehren könne, wenn ein Impfstoff gegen das Corona-Virus verfügbar sei, warten viele Menschen sehnsüchtig auf den passenden Stoff aus den Pharmalaboren. Auch der Essener Virologe Prof. Dr. Mirko Trilling beschäftigt sich im Rahmen einer deutsch-chinesischen Studie mit der Welt der Viren, Antikörper und Proteine und ihrer Wirkung auf den menschlichen Organismus.

"Mittelfristig optmistisch"

"Ich bin mittelfristig bezüglich der Machbarkeit eines verträglichen und schützenden Impfstoffs sehr optimistisch. Ich glaube, dass wir das hinbekommen werden", sagte Trilling im Gespräch mit SR-Moderatorin Katrin Aue. Es könne allerdings sein, dass dieser Impfstoff alle paar Jahre "aufgefrischt" werden müsse.

Immunität mindestens "viele Monate"

Über die Wirkungsdauer von Antikörpern wolle er nicht spekulieren. Sein Forschungsteam und er hätten jedoch herausgefunden, "dass die Menschen eben für einen ziemlich langen Zeitraum solche Antikörper" hätten. Er gehe deshalb davon aus, dass Patienten, die bereits Symptome einer Covid-19-Erkrankung erlebt und überstanden hätten, nun "viele Monate bis einige Jahre keine schweren Verläufe" mehr zu befürchten hätten.

Augenblick empfehle er den Menschen, sich an die Vorsichtsmaßnahmen zu halten und sich im Herbst gegen Grippe impfen zu lassen.

Hintergrund

Laut WHO werden derzeit mehr als 20 mögliche Stoffe in klinischen Studien an Menschen getestet. Neben der Wirksamkeit, die sich unter anderem an der Reaktion des Immunsystems messen lässt, geht es auch um die Verträglichkeit. Ein Forscherteam aus Oxford hat nun offenbar ein Mittel gefunden, dessen Erfolg nach Tests an tausend Freiwilligen hoffnungsvoll stimmt. Nicht nur Antikörper seien gebildet worden, sondern auch so genannte T-Zellen, erklärten die britischen Forscher im Fachmagazin "The Lancet". Beides sei für die Immunabwehr wichtig.


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Ein Thema aus der Sendung "Der Morgen" vom 22.07.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt eine Arbeitstation in einem Forschungslabor (Archivfoto: SR Fernsehen).

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