Über die Corona-Krise in Afrika

Über die Corona-Krise in Afrika

Ein Gespräch mit Dr. Christine Hackenesch, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, über die Lage in Afrika

Holger Büchner. Onlinefassung: Rick Reitler   07.07.2020 | 07:45 Uhr

Nach Ansicht von Dr. Christine Hackenesch vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik werden die afrikanischen Staaten wegen der Corona-Krise vor allem mit den Folgen für die Wirtschafts- und Sozialsysteme zu kämpfen haben. Helfen könne ein Schuldenerlass, so Hackenesch im SR-Interview.

Die Welthungerhilfe warnt in ihrem Jahresbericht vor besonders gravierenden Auswirkungen von Covid-19 auf Afrika. Bisher seien rund 480.000 Infizierte und rund 11.000 Tote auf dem dem gesamten Kontinent gezählt worden, bestätigte Dr. Christine Hackenesch, die Leiterin des Forschungsprogramms Inter- und transnationale Zusammenarbeit am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik im Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner.

Schuldenerlass als Hilfe?

Ihrer Ansicht nach werden die afrikanischen Staaten mehr mit den Folgen für die Wirtschafts- und Sozialsysteme als mit den gesundheitlichen Auswirkungen zu kämpfen haben, denn Wirtschaftswachstum und Exporte seien auch wegen der mangelnden Nachfrage aus dem Ausland bereits stark zurückgegangen. Das werde "perspektivisch" auch Auswirkungen auf die "Armutsreduzierung" in afrikanischen Ländern haben. Hier könne sich auch die EU engagieren - etwa, indem sie sich für einen Schuldenerlass einsetze, so Hackenesch.

Hintergrund

In Afrika hst sich die ohnehin kritische Lage durch Corona verschärft. Das schreibt die Welthungerhilfe in ihrem Jahresbericht, den sie am 7. Juli 2020 vorstellt. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller will betroffenen Ländern mit einem Sofortprogramm helfen.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 07.07.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Archivbild ganz oben zeigt einen Mechaniker mit Maske vor einer Fahrradwerkstatt in Kampala/Uganda (Foto: dpa / picture alliance / XinHua / Hajarah Nalwadda).

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