Basculement: Politische Wendezeit in Lothringens Kommunen

Basculement: Politische Wendezeit in Lothringens Kommunen

Erste Ergebnisse der zweiten Runde der Kommunalwahlen in Frankreich

Lisa Huth. Onlinefassung: Rick Reitler   29.06.2020 | 07:25 Uhr

Nach der zweiten Runde der "Municipales", den französichen Kommunalwahlen, macht ein Wort die Runde: "Basculement" - Wende. Lothringen-Kennerin Lisa Huth hat einige Wahlergebnisse zusammengetragen - von Strasbourg über Thionville, Stiring Wendel und Forbach bis Metz.

Nach der zweiten Runde der "Municipales", den französichen Kommunalwahlen, macht ein Wort die Runde: "Basculement" - Wende.

Alexandre Cassaro (links) beim Wahlkampf im Viertel "Bruch". (Foto: Lisa Huth)
Der neue Forbacher Bürgermeister Alexandre Cassaro (links) beim Wahlkampf (Foto: Lisa Huth)

In Forbach beispielsweise übernimmt der erst 31-jährige Alexandre Cassaro den Bürgermeistersessel mit einer Mitte-Links-Rechts-Truppe. Damit wechselt das Grenzstädtchen von sozialistisch zur Mitte.

In Metz darf nun der konservative Senator François Grosdidier den bislang sozialistisch besetzten Rathaus-Chefposten bekleiden.

In Stiring-Wendel schaffte es der Beigeordnete Yves Ludwig den Sprung an die Rathausspitze.


"In Frankreich sind jetzt fast alle großen Städte grün regiert"
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In Sankt Avold gelang es der Nummer Zwei des ersten Wahlgangs, René Steiner, den langjährigen Bürgermeister André Wojciechowski aus dem Feld zu schlagen.

Wenig überraschend holte in Bitche Benoït Kieffer den Bürgermeister-Posten. Er hatte bereits im ersten Wahlgang an der Spitze gelegen.

In Thionville bleibt alles beim Alten: Dort behält der bisherige konservative Bürgermeister Pierre Cuny sein Amt.

Nancy erlebt einen Schwenk von konservativ auf sozialistisch: Dort sitzt künftig der bisherige Départementspräsident Mathieu Klein auf dem Sessel des Bürgermeisters.

Straßburg wird künftig Grün regiert. Dort hat Jeanne Barseghian mit ihre Liste Europe-Écologie-Les Verts gewonnen.

Im lothringischen Département Moselle hatte es am 28. Juni in 88 Städten und Gemeinden eine Stichwahl gegeben. Die rechtsextreme Partei Rassemblement National - früher: Front National - verlor viele Stimmen.

Großstädte: Schlappe für Macron-Partei

In großen Städten wie Lyon, Marseille und Bordeaux gewannen nach Hochrechnungen die Grünen. Eine Regierungssprecherin räumte am Sonntag Abend "enttäuschende Ergebnisse" für Emmanuel Macrons Partei "La République en Marche" (LREM) ein. Auch in Paris kann die Sozialistin Anne Hidalgo Bürgermeisterin bleiben - ebenfalls mit grüner Unterstützung.

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