Ein Plädoyer für eine "vernünftige Debattenkultur"

Ein Plädoyer für eine "vernünftige Debattenkultur"

Ein Gespräch mit dem Mainzer Journalismus-Professor Tanjev Schultz

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   18.06.2020 | 07:45 Uhr

Für den Journalismus-Professor Tanjev besteht durch das neue Gesetzesvorhaben gegen Hassrede die Gefahr, dass die Meinungsfreiheit zu sehr leiden und die Justiz überfordert werden könnte: Zu einer angemessenen Debattenkultur gehöre auch die Bereitschaft, "Andersdenkende nicht gleich zu Feinden zu erklären", so Schultz im SR-Interview.


Der Bundestag will am 18. Juni ein neues Gesetz gegen Rechtsextremismus und Hasskriminalität verabschieden. So sollen beispielsweise Online-Plattformen noch mehr gegen Verstöße vorgehen, die nicht mehr von der Meinungsfreiheit gedeckt sein könnten.

Zwischen Populismus und Meinungsfreiheit

Für den Mainzer Journalismus-Professor Tanjev Schultz spielt bei dem Thema die Anonymität des Internets und das "Zeitalter des Populismus" eine große, ja, "viel zu große Rolle". Es bestehe andererseits aber auch die Gefahr, dass die Meinungsfreiheit zu sehr leiden und die Justiz "völlig überfordert" werden könnte, so Schultz im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger. Zu einer angemessenen Debattenkultur gehöre allerdings auch die Bereitschaft, "Andersdenkende nicht gleich zu Feinden zu erklären", gab Schultz zu bedenken.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 18.06.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Foto ganz oben zeigt Prof. Tanjev Schultz (Pressefoto: JS Mainz).

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