Schuljahr 2020/21 soll mit Regelbetrieb starten

Schuljahr 2020/21 soll mit Regelbetrieb starten

Ein Beitrag über die geplanten Änderungen der Corona-Maßnahmen in den saarländischen Schulen nach den Sommerferien

Janek Böffel   16.06.2020 | 19:15 Uhr

Nach den Sommerferien sollen die Schulen im Saarland wieder uneingeschränkt öffnen. Das hat Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) am 16. Juni angekündigt. Mit dem Regelbetrieb soll es keine Pflicht zu erhöhtem Abstand und Schutzmasken mehr geben - ebensowenig wie nur halb besetzte Klassenzimmer.

Die Rückkehr zum Regelbetrieb sei "zwingend notwendig", sagte SPD-Bildungsministerin Streichert-Clivot am 16. Juni in Saarbrücken. Grundvoraussetzung sei aber, dass sich das Infektionsgeschehen weiter günstig entwickele und die Zahlen der Infektionserkrankungen niedrig blieben.

Lehrerverbände über die Corona-Lockerungen an Schulen
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 16.06.2020, Länge: 02:50 Min.]
Lehrerverbände über die Corona-Lockerungen an Schulen

Man bereite sich so vor, dass auch im Fall einer Corona-Infektion eine Schule möglichst nicht geschlossen werden müsse. "Für den schlimmsten Fall bauen wir aber auch mit der Option eines Rückfalls auf den aktuellen Wechselbetrieb mit Präsenzunterricht und Lernen von zuhause vor", sagte die Bildungsministerin.

Rückkehr zum Ganztagesangebot

Das Konzept des Bildungsministeriums für den Regelbetrieb sieht vor, dass die Ganztagsangebote der Schulen wieder aufgenommen werden. Auch sollen die Schüler wieder mit ihrer regulären Stundenzahl unterrichtet werden, statt wie bisher mit vier Stunden am Tag. Durch feste Gruppen sollen mögliche Infektionen eingegrenzt werden und nachvollziehbar bleiben.

Interview mit Christine Streichert-Clivot (SPD) über den Schulbetrieb nach den Ferien
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 16.06.2020, Länge: 03:50 Min.]
Interview mit Christine Streichert-Clivot (SPD) über den Schulbetrieb nach den Ferien

Keine Maskenpflicht, kein Mindestabstand

Die bislang geltenden Abstandsregeln von 1,5 Metern soll es hingegen nicht mehr geben. Er sei auch aus pädagogischer Sicht nicht mehr haltbar, so die Bildungsministerin. Auch eine allgemeine Maskenpflicht soll es demnach nicht geben. Ein freiwilliges Tragen der Maske stehe aber allen offen.

Vermehrte Tests, aber keine Massenuntersuchung

Ebenso vom Tisch sind Massentests bei allen Schülern und Lehrern vor der Rückkehr in den Unterricht nach den Sommerferien. Das gebe nur eine Momentaufnahme wieder, so Streichert-Clivot. Stattdessen soll bei Verdachtsfällen vermehrt getestet werden. Jeder, der beispielsweise mit einem Infizierten - etwa in einer Klasse oder einer Lerngruppe - Kontakt hatte, soll demnach getestet werden.

Keine Maskenpflicht nach den Sommerferien
Audio [SR 1, Daniel Simarro, Janek Böffel, 16.06.2020, Länge: 02:34 Min.]
Keine Maskenpflicht nach den Sommerferien

Außerdem werde derzeit mit dem Gesundheitsministerium geprüft, inwiefern weitere verdachtsunabhängige Tests möglich seien. Das müsse aber zum Beispiel auch mit den Krankenkassen besprochen werden, sagte Streichert-Clivot. "Wir werden dazu noch vor den Sommerferien eine Aussage treffen können", so die Ministerin.

Um die Nachvollziehbarkeit möglicher Infektionsketten zu erleichtern und zu verhindern, sollen die Schüler nach Jahrgangsstufen in Gruppen aufgeteilt werden. Diese Gruppen sollen sich möglichst wenig durchmischen.

Attestpflicht für Lehrer

Neue Teststrategie an den Schulen
Audio [SR 1, (c) Isabelle Tentrup, Christine Streichert-Clivot, 16.06.2020, Länge: 03:15 Min.]
Neue Teststrategie an den Schulen

Streichert-Clivot sagte zudem, man werde mit möglichst vielen Lehrkräften wieder in den Unterricht einsteigen. "Damit Schulleitungen sinnvoll entscheiden können, welche Lehrkräfte sie im Präsenzunterricht einsetzen, wird künftig ein ärztliches Attest Grundlage und Voraussetzung für eine eventuelle Freistellung vom Präsenzunterricht sein", sagte die SPD-Politikerin.

Dass alle Lehrer wieder in den Präsenzunterricht zurückkehren können, glaubt sie nicht. "Wir gehen davon aus, dass wir eine Lehrerreserve brauchen". Deshalb soll es eine mobile Lehrkraftreserve bestehend aus bis zu 100 Lehrkräften geben.

Der genaue Hygieneschutzplan, der derzeit mit dem Gesundheitsministerium erarbeitet wird, soll noch vor den Sommerferien vorliegen.


Schuljahr 2020/21 soll im Regelbetrieb starten
"Aus Elternsicht ist das 'ne wichtige Botschaft"
Stefan Kreis, der Vorsitzenden der Gesamtlandeselternvertretung (GLEV), hat die Pläne von Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot begrüßt, die Schulen nach den Sommerferien wieder im Regelbetrieb zu öffnen. Einige Detailfragen aber seien für ihn noch offen.

Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" vom 17.06.2020 auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja