Südamerika: Corona und das Problem der schwachen Rechtsstaaten

Corona und das Problem der schwachen Rechtsstaaten

Ein Interview mit Marie-Christine Fuchs von der Konrad Adenauer Stiftung in Kolumbien über Covid-19 in Südamerika

Katrin Aue / Onlinefassung: Martin Breher   13.05.2020 | 16:40 Uhr

Corona macht auch vor dem südamerikanischen Kontinent nicht Halt. Im SR-Interview erklärt Marie-Christine Fuchs von der Konrad Adenauer Stiftung, welche Länder die Situation gut im Griff haben und wie sich die Corona-Maßnahmen auf die Politik und die Demokratie auswirken.

In den meisten Ländern Südamerikas seien sei früh "harte, freiheitseinschränkende Maßnahmen ergriffen worden", um die – im Vergleich zu Europa wesentlich schwächeren – Gesundheitssysteme nicht zu überlasten, erklärt Marie-Christine Fuchs von der Konrad Adenauer Stiftung im SR-Interview mit Katrin Aue. Gefährlich sei dabei jedoch, dass "die Notstandsmaßnahmen mit einer Akkumulation von Macht auf Seiten der Exekutive" einhergingen und diese Macht von einigen Regierungen missbraucht werde.

Ein "Extrembeispiel" hierfür sei El Salvador, wo der Präsident "jeden, der sich nicht an die Quarantänemaßnahmen hält, ins Gefängnis stecken" lasse und Urteile des Verfassungsgerichts einfach ignoriere.

Auch in Brasilien sei die Situation fatal, da sich das Land nach Konflikten von Präsident Bolsonaro mit der eigenen Regierung durch die Frage der Corona-Bekämpfung in einer politischen Krise befinde. Die Tatsache, dass manche Länder wie Bolivien oder Chile nun Wahlen verschieben, spiele den Regierungen in die Hände.


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Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Abend" vom 13.05.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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