Andreas Speit contra "Corona-Ignoranten"

"Corona-Ignoranten"

Ein Gespräch mit dem Journalisten und Rechtsextremismus-Experten Andreas Speit

Jochen Erdmenger. Mit Informationen von Florian Mayer und Thomas Gerber. Onlinefassung: Rick Reitler   11.05.2020 | 07:45 Uhr

Der Journalist und Rechtsextremismus-Experte Andreas Speit hat den Widerstand gegen die Corona-Politik der Regierung auf den Markt- und Rathausplätzen kritisiert: Die "Corona-Ignoranten" seien "angetrieben von Verschwörungstheorien". Die "extreme Rechte" sei "omnipräsent in diesem Milieu". Ein Interview.

Am Wochenende sind die Menschen in Deutschland wieder in großer Menge auf die Straße gegangen, um Zeichen zu setzen - gegen die aktuelle Einschränkung der verfassungsmäßig garantierten Grund- und Freiheitsrechte, gegen Impfzwang, gegen den Mundschutzzwang, gegen den Kurs der Regierung in der Corona-Krise.

"Extreme Rechte omnipräsent"

Der Journalist und Rechtsextremismus-Experte Andreas Speit kritisierte den Widerstand "aus der Mitte der Gesellschaft" auf den Markt- und Rathausplätzen als "angetrieben von Verschwörungstheorien" und nannte die Demonstranten im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger "Corona-Ignoranten". Die "extreme Rechte" sei "omnipräsent in diesem Milieu".

Hintergrund

Auf dem Tblisser Platz in Saarbrücken hatten sich am Samstag, 9. Mai, rund 500 Demonstranten vor dem Staatstheater getroffen. Die Demo lief unter dem Titel "Kunstaktion gegen die neue Normalität". Dazu aufgerufen hatten drei Künstler.

Protest gegen Beschränkungen
Rund 500 Teilnehmer bei Corona-Demo

Die Teilnehmer waren – wie auf vielen anderen Demos am Wochenende in Deutschland – sehr durchmischt: Menschen, die die Einschränkungen der Grundrechte zurückforderten, Impfgegner, aber auch einige Mitglieder, die aus der rechten Szene bekannt sind. Auch was das Alter betrifft, war von der jungen Familie mit Kindern bis zu Senioren alles dabei. Die Forderungen waren vor allem ein Ende der Kontaktbeschränkungen und die Wiederherstellung der Freiheitsrechte.

Eine weitere Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen gab es auch in St. Wendel mit 140 Teilnehmern. An den Grenzen in Kleinblittersdorf und Schengen wurde ebenfalls demonstriert, dort allerdings für eine gemeinsame europäische Linie in Sachen Corona. An beiden Orten versammelten sich jeweils rund 40 Menschen. Laut Polizei liefen alle Demonstrationen friedlich und ohne Zwischenfälle ab.


Weitere Informationen:

Interview mit Jörn Didas vom Adolf-Bender-Zentrum über Verschwörungstheorien
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 11.05.2020, Länge: 03:44 Min.]
Interview mit Jörn Didas vom Adolf-Bender-Zentrum über Verschwörungstheorien

Die Lage am Morgen
Corona-Krise aktuell
Stand Sonntag Abend, 10. Mai, 18.00 Uhr, gab es im Saarland noch 239 Personen, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Von ihnen werden 61 Personen im Krankenhaus behandelt, darunter 19 Patienten auf einer Intensivstation. Das hat das saarländische Gesundheitsministerium gemeldet.

Aktuelle Infos
Alle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland
In unserem Dossier informieren wir Sie über aktuelle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland und der Grenzregion.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 11.05.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Demonstranten auf dem ´Saarbrücker Tblisser Platz am 9. Mai 2020 (Foto: Rick Reitler).

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja