Saarlandkarte und Viren (Foto: Pixabay/SR)

Corona-Krise aktuell

Über die Lage in der Region am Morgen des 20. April 2020

Carolin Dylla / SR-Landespolitikredaktion   20.04.2020 | 07:00 Uhr

Zahlen, Daten, Fakten zur Corona-Krise in der Region am Morgen des 20. April 2020, zusammengetragen von der Landespolitikredaktion des Saarländischen Rundfunks.

Das Corona-Update vom 20.04.2020
Audio [SR 3, (c) SR Carolin Dylla, 20.04.2020, Länge: 04:17 Min.]
Das Corona-Update vom 20.04.2020

Die aktuellen Zahlen

Aktuell wurden im Saarland 2336 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet. Stand: Sonntagabend, 19. April, 18.00 Uhr. Das sind neun bestätigte Infektionen mehr als am Tag davor. Quelle sind die offiziellen Zahlen, die das Gesundheitsministerium einmal pro Tag veröffentlicht.

Laut Gesundheitsministerium sind bisher 100 Menschen im Saarland gestorben, die zuvor positiv auf das Corona-Virus getestet worden waren. Die gute Nachricht aber ist: 1075 Menschen im Saarland haben COVID-19 überstanden und gelten als geheilt.


Aktuelle Fallzahlen
Eine neue Corona-Infektion

Ab dem 20. April gelten erste, sehr vorsichtige Lockerungen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Als die am vergangenen Donnerstag angekündigt wurden, hatte die Landesregierung aber auch schon deutlich gemacht: Die Ausgangsbeschränkungen gelten weiterhin, die Menschen müssen sich weiter an die strengen Regeln halten.

Wie hat das am Wochenende funktioniert?

Geradezu vorbildlich - sagt die Polizei. Die hatte auch an diesem Wochenende wieder verstärkte Kontrollen angekündigt. Landesweit waren 50 Extra-Streifenwagen unterwegs - die aber so gut wie keine Verstöße gegen die Verhaltensregeln festgestellt haben. Am Samstag gab es zwar Meldungen über eine Gruppe von 30 bis 40 Leuten an der Skateranlage im Saarbrücker Bürgerpark. Aber als die Polizei dort ankam, war außer einem durchtrennten Absperrband nichts mehr zu sehen. Die Polizei nahm das in dem Fall mit Humor - und twitterte: “Auf die Begründung wären wir gespannt gewesen”.

Abgesehen davon gab es aber ein Lob der Polizei an die Saarländerinnen und Saarländer: Zwar seien viele Menschen draußen unterwegs gewesen - aber dann tatsächlich fast immer nur zu zweit und mit ausreichend Abstand. Zum Vergleich: über Ostern hatte es landesweit rund 600 Einsätze wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln gegeben. Ungefähr 450 Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden eingeleitet.

Für Ärger mit der Polizei gab’s also kaum Anlass an diesem Wochenende - Ärger gab es aber in einem anderen Punkt: Denn heute soll auch das Fashion-Outlet in Zweibrücken wieder öffnen - und das, obwohl ja eigentlich erstmal nur Geschäfte mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche aufmachen dürfen. Da gab es schon heftige Kritik aus dem Saarland.

Um erstmal kurz den Sachstand zusammenzufassen: In der dritten so genannten “Corona-Bekämpfungsverordnung” der rheinland-pfälzischen Landesregierung (Stand: 23. März) stand noch explizit geschrieben, dass besonders Outlet-Center geschlossen bleiben. Die sind in der neuen Version der Verordnung (Stand: 17. April) ausgenommen.

In einer Auslegungshilfe zu dieser Verordnung, aus der der Trierische Volksfreund zitiert, heißt es allerdings auch deutlich: Die Hygienevorschriften in Sachen Abstände und Begrenzung von Personenzahlen müssen auch hier eingehalten werden und die Einzelgeschäfte dürfen nicht mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche öffnen.

Die Bürgermeister von Saarbrücken, Neunkirchen, Saarlouis und Homburg haben in einer gemeinsamen Mitteilung die Entscheidung heftig kritisiert. Diese Kritik besteht aus zwei wesentlichen Punkten: Zum einen fürchten die Bürgermeister, dass es zu großen Ansammlungen von Menschen kommt, wenn das Shoppen im Outlet ab heute wieder erlaubt ist und damit die restlichen Corona-Maßnahmen mehr oder weniger für die Katz waren. Und zum anderen werfen sie der SPD-geführten Landesregierung in Rheinland-Pfalz vor, sich mit der Entscheidung einen Wettbewerbsvorteil verschaffen zu wollen.

Auflagen in der Corona-Krise
Was gelockert wird - und was nicht

Eine ähnliche Argumentation gab's übrigens in einer gemeinsamen Mitteilung der Landesverbände der Jungen Union aus dem Saarland und RLP. Die saarländischen Bürgermeister sagen nochmal deutlich: Zum Shoppen nach Zweibrücken zu fahren, ist kein triftiger Grund, das Haus zu verlassen und demnach für die Saarländerinnen und Saarländer verboten.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 20.04.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt eine Grafik-Collage aus einer Saarlandkarte und dem Coronavirus (SR Fernsehen).

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