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Corona-Krise aktuell

Über die Lage in der Region am Morgen des 15. April 2020

Florian Mayer / SR-Landespolitikredaktion   15.04.2020 | 07:00 Uhr

Zahlen, Daten, Fakten zur Corona-Krise in der Region am Morgen des 15. April 2020, zusammengetragen von der Landespolitikredaktion des Saarländischen Rundfunks.

Das Corona-Update vom 15.04.2020
Audio [SR 3, Florian Mayer, 15.04.2020, Länge: 04:54 Min.]
Das Corona-Update vom 15.04.2020

Die aktuellen Zahlen

Mit Stand 14. April, 18.00 Uhr, gibt es im Saarland laut Gesundheitsministerium 2167 bestätigte Menschen mit einer Covid19-Infektionen. Im Vergleich zum Vortag sind das 22 Infizierte mehr. 212 Patienten werden momentan stationär behandelt, davon 60 auf Intensivstationen.

64 Menschen, bei denen eine Corona-Infektion nachgewiesen worden war, sind mittlerweile gestorben. Als von Corona wieder genesen gelten offiziell 781 Saarländerinnen und Saarländer.

Mit Blick auf das Osterwochenende ist bei den Zahlen insgesamt besondere Vorsicht geboten, denn durch die Osterfeiertage gingen auch die Testungen zurück. Die nehmen jetzt nach den freien Tagen wieder zu, insofern werden das auch die restlichen Zahlen in den nächsten Tagen wohl wieder verstärkt tun.



Wie sieht es nach dem Papier der Leopoldina mit Lockerungen aus?

Auf der Suche nach der Normalität
Wie kommen die Leopoldina-Empfehlungen in der Politik an?
Hauptstadt-Korrespondent Martin Polansky geht davon aus, dass die Bundesregierung zusammen mit den Länderchefs bei ihren Gesprächen am 15. April versuchen wird, "eine weitgehend einheitliche Linie" für die nächsten Wochen herzustellen. Für die Schulen rechne er allerdings weiter mit einem "Flickenteppich".

Die Kanzlerin hat schon vor der Veröffentlichung dieses Papiers klar gemacht, wie wichtig ihr diese Einschätzungen der Wissenschaftler sind und dass sie eine Rolle spielen werden, bei den Überlegungen, wie es weitergehen wird.

Bildungs- und Forschungsministerin Anja Karlizcek nannte das Papier eine "exzellente Diskussionsgrundlage". Es gab aber auch zurückhaltende Reaktionen, beispielsweise von Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Der umging es gestern im Gespräch mit dem Morgenmagazin von ARD und ZDF, konkret auf Lockerungen in naher Zukunft einzugehen, betonte dafür aber nochmal, dass es eine einheitliche Linie in Bezug auf die Maßnahmen für ganz Deutschland braucht. Er warnte auch gleichzeitig davor, voreilig Maßnahmen zurückzunehmen, um dann festzustellen, dass sie vielleicht doch wieder eingesetzt werden müssten. Wenn es soweit komme, sei dann das Verständnis der Bürger aufgebraucht.

Der Wunsch nach Einheitlichkeit passt dann auch zur Linie der Verteidigungsministern Annegret Kramp-Karrenbauer und dem saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans. Beide sind um bundesweite Abstimmungen in der Sache bemüht und Vertreter des schrittweisen, langsamen Vorgehens.

Tobias Hans hatte zudem auch einen Masterplan für Deutschland und die Maßnahmen gegen Corona gefordert. Sein Kollege in Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, hatte gestern in eine ähnliche Richtung argumentiert, gleichzeitig aber von einer "Flexibilität" in einigen Bereichen gesprochen. Was das konkret heißen kann, haben dann kurz danach Teile seines eigenen Kabinetts klargemacht: NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer und NRW-Familienminister Joachim Stamp haben am Nachmittag des 14. April mitgeteilt, dass sie Kitas und Schulen teilweise nach den Osterferien wieder öffnen wollen.

Deutlich gegen die Vorschläge der Leopoldina positioniert hat sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow von den Linken. Der warf der Leopoldina wörtlich "pure Ideologie" vor mit Blick auf die Vorschläge zu Steuersenkungen und lehnte auch eine möglichst zeitnahe Öffnung der Schulen ab. Es fehle seiner Ansicht nach an den dafür notwendigen Lehrern und der Schutzausrüstung. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier äußerte sich ebenfalls skeptisch mit Blick auf baldige Schulöffnungen.

Und das ist ja mit Blick auf heute durchaus wichtig. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten werden sich heute Mittag nochmal in einer Videokonferenz zusammenschalten. Danach wird’s Statements der Länderchefs im Laufe des Abends geben. Es ist die Schalte, auf die viele seit Wochen warten, weil es das erste konkrete Datum war, das damals genannt wurde: Nach Ostern werden wir beraten, wie es weitergeht.

Was ist im Lauf des Tages zu erwarten?

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Da wird nicht eitel Sonnenschein herrschen, das steht jetzt schon fest. In Thüringen zeigt sich ganz klar und offen Widerstand gegen die Lockerungsvorschläge, die aus Kreisen der Wissenschaft gemacht wurden. Nordrhein-Westfalen hat gestern zumindest versucht, für sich schon mal Fakten in der Frage zu schaffen, wie geht’s mit den Schulen und Kitas in den nächsten Wochen weiter.

Das wiederum dürfte Bundesländern wie dem Saarland und Bayern gar nicht in den weiteren Fahrplan passen. Beide gehören eben in das Lager der Länder, die ein abgestimmtes, lieber zu vorsichtiges als zu schnelles Vorgehen fordern. Und dem Vernehmen nach hat es gestern auch schon ordentlich geknirscht zwischen den Lagern jener, die schnelle Lockerungen wollen und jenen, die auf Nummer sicher gehen möchten.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, hat dann auch heute am frühen Morgen nochmal seinen Appell bekräftigt: Es brauche den Konsens der 16 Länder. Gerade in der Schulpolitik dürfe es keine Alleingänge geben. Nach der Ankündigung seiner Minister gestern also nochmal ein Signal an seine Länderkollegen und Kolleginnen, das dass keine Alleingänge bedeuten soll.

Trotzdem: Gerade Armin Laschet und Markus Söder haben sich schon in vorherigen Schalten auch mal ordentlich beharkt. Wer sich da am Ende durchsetzen wird, bleibt abzuwarten – wie auch die Antwort auf die Frage: Wie einheitlich werden die Maßnahmen tatsächlich am Ende bundesweit sein?

Sicher ist aber – mit Blick auf die aktuelle Entwicklung und allen Empfehlungen aus der Wissenschaft – dass wir am Abend nicht die Aufhebung aller Einschränkungen präsentiert bekommen werden; vielmehr eine vorsichtige Prognose, was in den kommenden Tagen und Wochen an Lockerungen möglich sein könnte. Die Abstands- und Hygieneregeln werden auf jeden Fall aufrecht erhalten bleiben, denn die sind die Grundlage dafür, dass überhaupt wieder das öffentliche Leben ein Stück weit hochgefahren werden kann. Das war gestern deutlich von Seiten der Forscher wie auch der Politik zu hören. Da herrscht Konsens.


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Bedauern bei Hans und Rottner

Gestern Abend erschien dann noch ein gemeinsamer Gastbeitrag von Ministerpräsident Tobias Hans und dem Präsidenten der Region Grand Est, Jean Rottner, auf der Webseite der FAZ. Das Verhältnis ist ja durch die Grenzschließungen gerade durchaus angespannt. Und das ist ganz eindeutig ein Signal der beiden. Beide bedauern in dem Text die Irritationen und Verletzungen, die es durch die Grenzschließungen gab. Aber auch die Irritationen von deutscher Seite werden thematisiert – dass beispielsweise sehr früh die Corona-Tests in Grand Est eingeschränkt wurden. Beide Seiten sehen da gewisse Fehler, die gemacht wurden.

Hans und Rottner betonen aber, dass alle aktuelle Maßnahmen im Grenzgebiet Ausnahmen seien, die nicht zur Regel werden. Die Corona-Krise zeige vielmehr, wie sehr die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Zukunft noch weiter gestärkt werden müsse, um künftig gemeinsam solchen Herausforderungen entgegentreten zu können.

Ein Text der beiden ohne viel Pathos. Für solche Gastbeiträge schon eher im nüchternen Spektrum einzuordnen. Nichtsdestotrotz ein Versuch ein Signal der deutsch-französischen Freundschaft auszusenden, die aktuell unter enormer Belastung steht.

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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 15.04.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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