Schild weist auf Corona-Verhaltensregeln im DfG hin (Foto: SR/Sebastian Knöbber)

Corona-Krise aktuell

Über die Lage in der Region am Morgen des 14. April 2020

Carolin Dylla / SR-Landespolitikredaktion   14.04.2020 | 07:00 Uhr

Zahlen, Daten, Fakten zur Corona-Krise in der Region am Morgen des 14. April 2020, zusammengetragen von der Landespolitikredaktion des Saarländischen Rundfunks.

Die aktuellen Zahlen

Das Corona-Update vom 14.04.2020
Audio [SR 3, Carolin Dylla, 14.04.2020, Länge: 04:35 Min.]
Das Corona-Update vom 14.04.2020

Aktuell wurden im Saarland 2145 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet. Das sind 24 bestätigte Infektionen mehr als noch am Sonntag. Stand: Montagabend, 18.00 Uhr. Quelle sind die offiziellen Zahlen, die das Gesundheitsministerium einmal pro Tag veröffentlicht.

Laut Ministerium sind bisher auch 57 Menschen im Saarland gestorben, die zuvor positiv auf das Corona-Virus getestet worden waren. Wenn wir uns die Zahlen der vergangenen Woche anschauen, dann fällt auf: Seit Karfreitag sieht man einen deutlichen Knick, was die Zahl der Neuinfektionen angeht. Von Gründonnerstag auf Karfreitag hatte das Gesundheitsministerium noch ca. 80 Neuinfektionen gezählt - seitdem waren es jeden Tag nur noch um die 20. Es sieht also aus, als würde sich die Kurve ganz allmählich abflachen. Aber: Diese Zahlen sind eine Momentaufnahme, und es laufen auch noch Tests - ein konstanter Trend lässt sich auch an diesen positiven Zahlen wohl noch nicht ablesen.

Eine gute Nachricht sind sie aber trotzdem - und noch eine andere Zahl macht Mut: 665 Menschen im Saarland haben COVID-19 überstanden und gelten als geheilt.


Aktuelle Fallzahlen
Drei neue Corona-Infektionen
Im Saarland sind in den vergangenen 24 Stunden drei Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Die Zahl der Menschen, die nach einer Coronainfektion gestorben sind, steigt auf 164. Aktuell erkrankt sind 60 Personen.


Das Oster-Wochenende

Kurzer Rückblick aufs Wochenende: Bestes Wetter - und dann auch noch die Feiertage, die viele ja - verständlicherweise - nur ungern allein verbringen. Wie sieht denn die Bilanz der Polizei aus, was das Einhalten der Ausgangsbeschränkungen angeht?

Maßnahmen im Kampf gegen Corona
160 Verstöße gegen Beschränkungen

Laut Polizeipräsident Norbert Rupp war die Lage über die Ostertage insgesamt entspannter als erwartet. Trotzdem sind bei den Sonderkontrollen der Polizei zwischen Samstagmittag und Sonntagabend rund 160 Verstöße registriert worden - meistens waren das Ansammlungen von Menschen in der Öffentlichkeit. In den meisten Fällen waren die Leute auch einsichtig, das Ganze hatte keine Konsequenzen - bei 35 dieser Verstöße wurden aber Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet und die Betroffenen müssen mit Bußgeldern rechnen.

In Saarlouis wurde außerdem ein 22-Jähriger in Gewahrsam genommen, weil er sich den Anweisungen der Polizei widersetzt hatte.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat gestern in einer Fernsehansprache angekündigt, dass die strengen Regeln dort erst einmal noch bis zum 11. Mai verlängert werden.

In Deutschland dagegen hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina am Ostermontag Vorschläge präsentiert, wie es schrittweise wieder rausgehen könnte aus dem Lockdown. Wie sieht das aus? Die Wissenschaftler der Leopoldina haben auf 16 Seiten Vorschläge für den weiteren Umgang mit der Pandemie in Deutschland gemacht - und zwar, indem sie auch unter anderem psychologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte mit eingepreist haben.

Unter diesen Vorschlägen sind zwei besonders diskutiert worden: Zum einen eine stufenweise Öffnung von Schulen - und da, so schnell wie möglich und natürlich unter Beachtung der Hygienevorschriften - die Betrieb an Grundschulen und in der Sekundarstufe I wieder aufzunehmen. Allerdings erstmal in deutlich kleineren Gruppen und konzentriert auf Kernfächer wie Mathematik oder Deutsch.

Schüler höherer Klassen sollten laut den Experten erstmal weiter versuchen, so viel wie möglich eigenverantwortlich zuhause zu lernen. Und auch bei der Öffnung von Kitas sind die Experten - noch - eher skeptisch, weil Kinder sich eher selten an die Abstandsregeln halten und oft Virusüberträger sind. Kitas sollten demnach bis zu den Sommerferien bei der Notbetreuung bleiben.

Zum anderen - zweiter Punkt - schlagen die Experten eine konsequente, deutschlandweite Maskenpflicht in bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens vor - zum Beispiel im ÖPNV.

Für beide Vorschläge gelten aber drei klare Voraussetzungen: eine stabil niedrige Zahl an Neuinfektionen, das Gesundheitssystem muss das verkraften können, und die geltenden Hygieneregeln werden weiter konsequent eingehalten. Darüber hinaus fordern die Wissenschaftler außerdem mehr und vor allem detailliertere Daten über die Ausbreitung des Virus - zum Beispiel durch repräsentative Stichproben-Testungen.

Vor Beratungen auf Bundesebene
Hans fordert Masterplan für Umgang mit Corona

Das geht auch in die Richtung dessen, was Ministerpräsident Tobias Hans in den Zeitungen der FUNKE Mediengruppe gesagt hatte. Hans hatte bisher die klare Linie gefahren, dass es zu früh sei, um über mögliche Exit-Strategien nachzudenken - also über eine Rückkehr in die Normalität.

In diese Aussage des Ministerpräsidenten ist nun eine neue Nuance reingekommen: Hans sagte, wir müssten uns Gedanken machen wie eine “neue Normalität” aussehen könnte - und muss. Und da werden die Vorschläge der Leopoldina sicher eine große Rolle spielen, wenn sich am Mittwoch, 15. April, die MinisterpräsidentInnen der Länder und die Bundeskanzlerin zusammensetzen. Dass die Vorschläge eine sehr gute Beratungsgrundlage seien hatten gestern mehrere Regierungschefs schon gesagt.


#Zusammenhalten
Corona-Spendenaktion der Herzenssache
Die neue großangelegte Spendenaktion der Herzenssache läuft. Gerade jetzt bräuchten Kinder und Jugendliche im Südwesten konkrete, schnelle und unbürokratische Hilfe.

Weitere Informationen:

Aktuelle Infos
Alle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland
In unserem Dossier informieren wir Sie über aktuelle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland und der Grenzregion.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 14.04.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt ein Warnschild im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken (Foto: SR/Sebastian Knöbber).

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