CDU-Fraktionsvorsitzender Funk für Corona-Bonds

CDU-Fraktionschef Funk für Corona-Bonds

Ein Gespräch mit Alexander Funk, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im saarländischen Landtag, über Corona-Bonds

Katrin Aue. Onlinefassung: Rick Reitler   07.04.2020 | 12:50 Uhr

Der saarländische CDU-Fraktionsvorsitze Alexander Funk hat sich im SR-Interview für Corona-Bonds ausgesprochen. In einer von niemandem verschuldeten Krise müsse das Prinzip "Alle haften für alle" gelten und das "Horrorszenario" eines Euro-Ausstiegs mancher EU-Länder "unter allen Umständen" vermieden werden. Zudem stehe Deutschland via ESM und EZB ohnhin in der Haftung.

Als Alexander Funk (CDU) zur Zeit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 noch Bundestagsabgeordneter war, hatte er sich entschieden gegen die damals diskutierte Idee der Euro-Bonds und gegen den Euro-Rettungskurs von Angela Merkel gewehrt.

Für gemeinsame Schuldanleihen

In seinem aktuellen Amt als CDU-Fraktionschef im saarländischen Landtag hat er nichts mehr gegen eine Vergemeinschaftung von Milliardenschulden und plädiert für "Corona-Bonds", also gemeinsame Schuldanleihen innerhalb der EU. Diese aber müssten "zeitlich" und "im Umfang begrenzt" sein, räumte Funk im Gespräch mit SR-Moderatorin Katrin Aue ein.

"Alle haften für alle"

Angesichts der Risiken "für unsere Realwirtschaft" appellierte Funk an die Solidarität innerhalb der EU, in der nun das Prinzip "Alle haften für alle" gelten müsse. Davon würden dann "alle gleichermaßen profitieren", so Funk.

Ein "Horrorszenario", in dem Länder wie Spanien oder Italien aus dem Euro aussteigen und neue, eigene Währungen abwerten könnten, müsse jedenfalls "unter allen Umständen" vermieden werden, um "verheerende" Folgen für die deutsche Realwirtschaft zu verhindern.

Deutschland haftet schon jetzt

Funk argumentierte, dass Deutschland ja ohnehin schon längst über den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und die EZB für Schulden der EU hafte.

Hintergrund

Die Euro-Finanzministerinnen und -minister verhandeln am 7. April in einer Videokonferenz über die Einführung gemeinschaftlicher Schuldanleihen, so genannter "Corona-Bonds". Bei solchen "selbstschuldnerischen" Papieren müsste jedes EU-Land in voller Höhe haften - notfalls alleine. Frankreich, Italien und Spanien sind dafür, Deutschland bislang dagegen.

Der andere Blickwinkel:

Interview mit Lars Feld, Vorsitzender der Wirtschaftsweisen
"Bei Corona-Bonds bin ich kritisch"
Selten hat die deutsche Politik so umfassende Hilfsprogramme für die Wirtschaft aufgelegt wie aktuell in der Corona-Krise. Viele Kleinstunternehmer haben schon profitiert. Nun sollen auch Mittelständler leichteren Zugang zu den Hilfen bekommen. Über die Maßnahmen hat SR-Moderatorin Karin Mayer mit Prof. Lars Feld, Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, gesprochen.


Weitere Informationen:

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In unserem Dossier informieren wir Sie über aktuelle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland und der Grenzregion.


Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 07.04.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Archivbild ganz oben zeigt Alexander Funk (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

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