Die schleichende Privatisierung des britischen Gesundheitswesens

Auf dem Weg in die Privatisierung?

Der britische "National Health Service" - Teil 5 der kleinen SR 2-Serie

Marten Hahn   03.04.2020 | 13:20 Uhr

Viele Briten befürchten, dass der überforderte staatliche Gesundheitsdienst "National Health Service" (NHS) demnächst privatisiert werden könnte - als Teil des ausstehenden Handelsabkommens mit den USA. Eine schleichende Privatisierung findet ohnehin schon statt, meint London-Korrespondent Marten Hahn.

In Großbritannien geht seit Jahren ein Gespenst um: Viele Briten befürchten, der überforderte staatliche Gesundheitsdienst "National Health Service" (NHS) könnte privatisiert werden.

NHS = Verhandlungsmasse?

Befeuert wurden die Ängste in den vergangenen Monaten erneut durch Bemerkungen von US-Präsident Donald Trump: Bei den Verhandlungen eines neuen Handelsabkommens sei auch der NHS Verhandlungsmasse.

Einige Experten halten eine "feindliche Übernahme" für unrealistisch. Doch Aktivisten und Oppositionspolitiker sind alarmiert. Denn es findet bereits eine schleichende Privatisierung des Gesundheitswesens statt, wie Marten Hahn aus London berichtet.


Rückblick:

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Kann Technologie die Probleme des NHS lösen?
Nach den Vorstellungen des britischen Premiers Boris Johnson soll u. a. Künstliche Ingelligenz helfen, die Wartezeiten im Nationalen Gesundheitssystem NHS zu verkürzen, Personal zu entlasten und Geld zu sparen. Aber kann Technologie all das überhaupt leisten?

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Über die Herausforderungen des Brexit
Der Austritt aus dem EU-Binnenmarkt bedeutet für das britische Gesundheitssystem "National Health Service", dass Waren bei der Ein- und Ausfuhr ab 2021 sehr wahrscheinlich geprüft und verzollt werden müssen. Und das könnte die Versorgung mit Medikamenten und Medizintechnik gefährden. Marten Hahn berichtet.

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Über die Arbeitsbedingungen jenseits des Ärmelkanals
Durch Coronavirus stößt der britische Gesundheitsdienst "National Health Service" an seine Grenzen. Marten Hahn berichtet aus London, wie die Angstellten des NHS mit den Arbeitsbedingungen in britischen Krankenhäusern fertig werden.

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"Mehr als ein Gesundheitsdienst"
Das britische Gesundheitssystem steht hierzulande oft in der Kritik: Es sei unterfinanziert und chronisch überlastet. Nun kommt noch die Corona-Krise hinzu. Doch gerade der dortige Gesundheitsdienst "National Health Service" (NHS) gilt vielen als Kulturgut. Marten Hahn hat nachgefragt, was es damit auf sich hat.


Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 02.04.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Archivbild oben zeigt Boris Johnson (l.), und Donald Trump bei einem Treffen 2019 in Frankreich (Foto: dpa / Stefan Rousseau).

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