Ein großes Schild gibt Hinweise auf die aktuellen Bestimmungen innerhalb des Klinikgeländes (Foto: Sebastian Knöbber/SR)

Corona-Krise aktuell

Über die Lage in der Region am Morgen des 3. April 2020

Carolin Dylla / SR-Landespolitikredaktion   03.04.2020 | 07:00 Uhr

Zahlen, Daten, Fakten zur Corona-Krise in der Region am Morgen des 3. April 2020, zusammengetragen von der Landespolitikredaktion des Saarländischen Rundfunks.

Die aktuellen Zahlen

Das Corona-Update vom 03.04.2020
Audio [SR 3, (c) SR/Carolin Dylla, 03.04.2020, Länge: 04:14 Min.]
Das Corona-Update vom 03.04.2020

Aktuell wurden im Saarland 1252 Menschen positiv auf COVID-19 getestet. Stand: Donnerstagabend, 18.00 Uhr. Quelle sind die offiziellen Zahlen, die das Gesundheitsministerium einmal pro Tag veröffentlicht. Das sind 179 bestätigte Infektionen mehr als noch am Mittwoch.

Das Ministerium hat außerdem einen weiteren Todesfall bestätigt - insgesamt sind damit bisher 16 Menschen im Saarland an den Folgen der Infektion gestorben. 163 Menschen müssen derzeit im Krankenhaus behandelt werden, 51 von ihnen auf der Intensivstation. Aber, und das als gute Nachricht: 120 Menschen hatten das Virus - und gelten als geheilt.

Deutschlandweit wurden aktuell (Stand Freitagmorgen, 06.00 Uhr) 84.794 Menschen positiv getestet, meldet die Johns-Hopkins-Universität.


Aktuelle Fallzahlen
Eine neue Corona-Infektion


Was hat sich im Saarland gestern getan?

Dass die Kosten im Zusammenhang mit den Maßnahmen gegen das Corona-Virus ordentlich im Landeshaushalt einschlagen, hatte Finanzminister Peter Strobel (CDU) ja schon am Mittwoch angekündigt. Gestern hat sich dann auch der Städte- und Gemeindetag (SSGT) gemeldet - und der sieht es ganz dicke kommen. Denn den Kommunen drohen massive Verluste - rund 160 Millionen Euro weniger bei den Gewerbesteuer-Einnahmen und gut 80 Millionen Euro weniger bei der Einkommenssteuer. Das sei zwar das Worst-Case-Szenario, sagt SSGT-Präsident Hermann-Josef Schmidt - aber offenbar eines, auf das sich die Kommunen einstellen.

Millionenschwere Mindereinnahmen befürchtet
Kommunalfinanzen wegen Corona unter Druck

Schmidt fürchtet auch, dass die Kommunen am Ende nicht ohne neue Kassenkredite auskommen - sozusagen der "Dispo" der Kommunen. Ein Problem, das man ja eigentlich mit dem Saarlandpakt gerade erst ausgeräumt haben wollte.

Es waren gewissermaßen diese Zahlen, die den Tag gestern geprägt haben - und noch mehr Zahlen werden gebraucht, sagt Magnus Jung von der SPD. Allerdings in einem anderen Zusammenhang. Denn eines fällt auf: Was den Anstieg der bestätigten Neuinfektionen pro Tag angeht, kann man im Saarland keinen deutlichen Trend erkennen. Heißt: Es lässt sich nicht sicher sagen, wie schnell sich das Virus tatsächlich ausbreitet. Oder ob ein starke Anstieg binnen zweier Tage auf Nachholeffekte zurückzuführen ist, weil da Ergebnisse von Tests einfließen, die schon vor ein paar Tagen gemacht wurden, deren Auswertung aber gedauert hat.

Um solide und vergleichbare Daten zu haben, müsse es deshalb regelmäßige "repräsentative Stichprobentestungen" geben, sagt Jung, der auch Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Landtag ist. So könnte dann zum Beispiel statistisch hochgerechnet werden, wie viele Menschen das Virus in sich tragen, wie viele von ihnen Symptome entwickeln - und wie viele andere sie anstecken.

Ähnliche Forderungen hatten viele Forscher in den vergangenen Tagen geäußert, unter anderem vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Und die Landesregierung will offenbar prüfen, wie sich das im Saarland machen ließe - das zumindest haben Vertreter des Gesundheitsministeriums gestern im Gesundheitsausschuss mitgeteilt, sagte Jung.

Was ist mit dem "Danach"?

Tobias Hans: Kein Hochfahren von 0 auf 100
"Dieses Virus wird uns das ganze Jahr beschäftigen"

Kann man schon daran denken, wie wir zur Normalität zurückkommen? Nach dem, was Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) gestern in der SR-Sondersendung gesagt hat, wohl nicht. Das Argument: Wer jetzt über mögliche Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen oder “Exit-Strategien” redet, der sorgt dafür, dass die Menschen sich weniger diszipliniert an die Regeln halten - und das könne man sich in der momentanen Lage einfach nicht leisten.

Und auch Professor Robert Bals von der Homburger Uniklinik war da ziemlich deutlich: auf Low-Level-Maßnahmen setzen und hoffen, dass es gut geht - für den Arzt keine Lösung.

Video:

Saarthema extra
Wenn die Krise Alltag wird
Die Sondersendung des SR Fernsehens zur aktuellen Lage der Corona-Krise: Wie geht die Bevölkerung mit Ausgangsbeschränkungen, Kurzarbeit, Schul- und Kita-Schließungen um? Wir sprechen mit Verantwortlichen und Experten.


Weitere Informationen:

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Alle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland
In unserem Dossier informieren wir Sie über aktuelle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland und der Grenzregion.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 03.04.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt ein Schild mit Hinweisen auf die aktuellen Bestimmungen innerhalb des Klinikgeländes der Homburger Uniklinik (Foto: SR/Sebastian Knöbber).

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