Blick in die Saarbrücker Innenstadt  (Foto: SR)

Corona-Krise aktuell

Über die Lage in der Region am Morgen des 2. April 2020

Janek Böffel / SR-Landespolitikredaktion   02.04.2020 | 07:00 Uhr

Zahlen, Daten, Fakten zur Corona-Krise in der Region am Morgen des 2. April 2020, zusammengetragen von der Landespolitikredaktion des Saarländischen Rundfunks.

Das Corona-Update vom 02.04.2020
Audio [SR 3, (c) SR/Janek Böffel, 02.04.2020, Länge: 04:20 Min.]
Das Corona-Update vom 02.04.2020

Aktuelle Zahlen

Die Zahlen sind auch im Saarland wieder gestiegen. Stand gestern am frühen Abend haben wir 1073 Fälle. Wir sind also vierstellig, was die Zahl der Infizierten angeht. 112 Infizierte mehr als noch gestern und – im Saarland steigt die Zahl Deutschlandweit am schnellsten. Alle 6,2 Tage verdoppelt sie sich, in anderen Bundesländern sind die Zahlen niedriger. Selbst Bayern liegt derzeit bei neun Tagen. 15 Menschen sind mittlerweile an den Folgen von Corona verstorben. 141 sind derzeit im Krankenhaus, 48 in intensivmedizinischer Betreuung.

Um kurz über den Atlantik zu blicken, in den USA liegt die Zahl der Infizierten mittlerweile bei mehr als 200.000. Die Zahl der Toten bei rund 5000.


Aktuelle Fallzahlen
Neun neue Corona-Infektionen

Was ist gestern passiert?

Gestern gab es eine ausführliche Telefonkonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten. Die Botschaft dabei klar: Vor Ostern braucht niemand über eine Lockerung der Einschränkungen nachzudenken. Bundesweit sollen Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen bis mindestens zum 19. April gelten. Im Saarland gehen sie ja sogar bis zum 20. einschließlich.

Trügerische Sicherheit?
Gegen Mundschutzpflicht

Aber die interne Botschaft bei allen Beteiligten war ebenfalls deutlich. Tatsächlich sollte niemand vor Ostern über große Lockerungen sprechen. Denn Stand jetzt ist noch nicht abzuschätzen, wie die Lage dann aussieht. Und bevor von Seiten der Politik Hoffnungen gemacht werden oder der Eindruck entsteht, dass die Maßnahmen eventuell nicht mehr so hart sein müssen, soll diese Diskussion vermieden werden. Damit soll auch verhindert werden, dass sich Menschen zu sicher fühlen und die Vorgaben möglicherweise nicht mehr befolgen.

Und auch das haben die Ministerpräsidenten noch einmal bestätigt: Eine deutschlandweite Maskenpflicht soll nicht kommen. Wer eine tragen will, dem ist das natürlich gestattet. Dem Beispiel Österreich folgen, das jüngst eine Maskenpflicht in allen Supermärkten eingeführt hat, das wird Deutschland aber nicht.

Wie sieht es im Saarland aus?

Mehrkosten und Mindereinnahmen
Corona bringt Saar-Haushalt durcheinander

Da hat gestern der Finanzminister Peter Strobel erstmals genauere Zahlen vorgestellt, wie sich die Corona-Krise auf die Landesfinanzen auswirkt. Da war zwar eigentlich allen Beteiligten klar, dass das Land neue Schulden machen wird. Aber wieviel, das steht noch nicht fest. Jetzt wissen wir aber immerhin, dass es mindestens 55 Millionen Euro Mehrausgaben für das Land sein werden.

Das bedeutet auch: Es wird einen Nachtragshaushalt geben müssen. Der soll voraussichtlich im Juni verabschiedet werden. Aber ob selbst diese 55 Millionen Euro reichen werden, ist derzeit fraglich. Denn das Saarland befindet sich in einer doppelt ungünstigen Situation: Auf der einen Seite sind da Mehrausgaben, wie die Hilfsprogramme oder die erlassenen KITA-Gebühren. Auf der anderen Seite ist da aber auch die schwache wirtschaftliche Lage, die die Steuereinnahmen sinken lässt. Also nicht die besten Voraussetzungen für ein Land, das finanziell ohnehin nicht auf Rosen gebettet ist.

Weitere Informationen:

Aktuelle Infos
Alle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland
In unserem Dossier informieren wir Sie über aktuelle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland und der Grenzregion.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 02.04.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt eine Luftaufnahme von der menschenleeren Saarbrücker City (Foto: SR Fernsehen).

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