Symbolbild: einige Mundschutze (Foto: SR)

Corona-Krise aktuell

Über die Lage in der Region am Morgen des 1. April 2020

Carolin Dylla / SR-Landespolitikredaktion   01.04.2020 | 07:00 Uhr

Zahlen, Daten, Fakten zur Corona-Krise in der Region am Morgen des 1. April 2020, zusammengetragen von der Landespolitikredaktion des Saarländischen Rundfunks.

Wie sehen die Zahlen aus?

Das Corona-Update vom 01.04.2020
Audio [SR 3, Caroliy Dylla, 01.04.2020, Länge: 03:40 Min.]
Das Corona-Update vom 01.04.2020

Aktuell wurden im Saarland 961 Menschen positiv auf COVID-19 getestet. Stand: Dienstagabend, 31. März, 18.00 Uhr. Quelle sind die offiziellen Zahlen, die das Gesundheitsministerium einmal pro Tag veröffentlicht. Das sind 161 bestätigte Infektionen mehr als noch am Montag.

Das Ministerium hat außerdem drei weitere Todesfälle bestätigt - insgesamt sind damit bisher zwölf Menschen im Saarland an den Folgen der Infektion gestorben. 127 Menschen müssen derzeit im Krankenhaus behandelt werden, 44 von ihnen auf der Intensivstation. Aber, und das als gute Nachricht: 61 Menschen im Saarland hatten das Virus - und gelten als geheilt.

Deutschlandweit wurden aktuell - Stand Mittwochmorgen, 1. April, 06.00 Uhr - 71.808 Menschen positiv getestet, meldet die Johns-Hopkins-Universität.


Aktuelle Fallzahlen
Eine neue Corona-Infektion

Was hat sich im Saarland gestern getan?

Gute Nachrichten in Sachen “Schutzkleidung für medizinisches Personal”: Die Kassenärztliche Vereinigung kann heute damit anfangen, eine Lieferung von über 80.000 Schutzartikeln an die niedergelassenen Ärzte zu schicken. Darunter Masken, Desinfektionsmittel und Handschuhe. Ein Anfang - bestellt war allerdings die doppelte Menge.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Gunter Hauptmann, sagte dem SR, von den 225.000 bestellten Schutzmasken für den operativen Bereich seien bisher 45.000 angekommen. Das reiche erstmal für vier bis sechs Wochen. Laut der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG) melden Krankenhäuser immer noch Mangel - wie groß dessen Umfang ist, kann die SKG aber nicht sagen, weil jede Klinik selbst Schutzmaterial bestellt.

Verwirrung ausgeräumt wurde gestern, was die Wirtschaftshilfen aus dem Bund angeht. Denn am Montag hieß es, die Gelder aus dem 50-Milliarden-Paket des Bundes könnten - auch im Saarland - schon beantragt werden. Um diese Hilfen tatsächlich abrufen zu können, mussten die Länder aber erst entsprechende Anträge entwerfen.

Das Saarland hatte über ein landeseigenes Soforthilfe-Programm schon vor rund einer Woche Gelder bereitgestellt. Damit jetzt auch die Bundesmittel bei den saarländischen Kleinunternehmern ankommen, mussten die Antragsformulare aufeinander abgestimmt werden, erklärte das saarländische Wirtschaftsministerium. Daher die Verzögerung. Das Geld soll vor allem Zahlungsverpflichtungen wie Mieten abdecken. Firmen mit bis zu fünf Mitarbeitern können 9000 Euro erhalten, Firmen mit bis zu zehn Mitarbeitern 15.000 Euro.

Der Blick an die Grenze

Und auch in die Debatte um die Grenzschließungen ist nochmal Bewegung gekommen: Denn offenbar könnte der Grenzübergang zwischen Petite Rosselle und Großrosseln demnächst wieder geöffnet werden. Dafür haben Europaminister Peter Strobel und der Europabevollmächtigte der Landesregierung, Roland Theis (beide CDU), bei Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) getrommelt, und zwar mit einem Brief.

Unterstützung gab es unter anderem von den saarländischen CDU-Bundestagsabgeordneten Nadine Schön und Markus Uhl. Und dem französischen Parlamentsabgeordneten Christophe Arend aus Forbach. Arend betonte zwar dass er die Entscheidung begrüße und sich auch über die Unterstützung aus dem Saarland freue - aber er hat dem SR dann auch noch ein gepfefferte Mitteilung zukommen lassen, in der er die Grenzschließungen heftig kritisiert. Tenor: die Entscheidung dazu sei ein politischer und wissenschaftlicher Irrtum gewesen - mit nachhaltigen Folgen für das deutsch-französische Verhältnis. Wann genau der Übergang wieder geöffnet wird stand - zumindest am Abend ds 31. März - noch nicht fest.

Bußgeldkatalog in Kraft

Am 1. April tritt außerdem der Bußgeldkatalog in Kraft, der festlegt, in welcher Höhe Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen geahndet werden. Worauf müssen sich die Leute da denn einstellen? Das sind schon Summen die weh tun: Wer aus dem Haus geht und nicht gut begründen kann, dass es sich um eine der erlaubten Ausnahmen handelt, der muss sich auf eine Geldstrafe von bis zu 200 Euro gefasst machen.

Gleiches gilt für alle, die mit mehr als einer Person unterwegs sind, die nicht zum gleichen Haushalt gehört. Recht happig wird es für Gaststätten, Hotels oder Einzelhandelsgeschäften, die nicht dem täglichen Bedarf dienen. Hier muss der Inhaber mit Bußgeldern von 1000 bis 4000 Euro rechnen. Selbst der Besuch einer Beerdigung, die über den engsten Familienkreis hinaus geht, steht unter Strafe.

Ob die Bußgelder tatsächlich zu weniger Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkungen führen, wird sich zeigen - denn das hängt auch davon ab, wie konsequent die verhängt werden. Sicher ist aber eines: Sie verleihen der gestern in Kraft getretenen Verordnung Nachdruck.


Weitere Informationen:

Aktuelle Infos
Alle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland
In unserem Dossier informieren wir Sie über aktuelle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland und der Grenzregion.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 01.04.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt einige Schutzmasken (Foto: SR Fernsehen).

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