Warum das Geld jetzt kein Problem sein darf

Warum das Geld jetzt kein Problem sein darf

Ein Gespräch mit Hauptstadt-Korrespondentin Franka Welz zu den finanziellen Folgen der Corona-Krise für die Bundesregierung

Jochen Erdmenger / Onlinefassung: Rick Reitler   01.04.2020 | 07:45 Uhr

Nach Ansicht von Hauptstadt-Korrespondentin Franka Welz hat die Bundesregierung gar keine andere Wahl, als genug Kurzarbeiter-Geldzuschüsse für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bereitzustellen, um die schlimmsten wirtschaftlichen Folgen abzumildern. Ein Interview.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, haben am 31. März über den Einbruch der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes gesprochen, den die Corona-Krise ausgelöst hat - bzw. noch verschärfen wird: Schon im März hätten den deutschen Arbeitsagenturen offenbar rund 470.000 Anzeigen auf Kurzarbeit vorgelegen.

Rechtsanspruch auf Kurzarbeitergeld

Trotzdem bleibe die Regierung bei ihrem Versprechen, ihren Lastenanteil zum Kurzarbeitergeld auf jeden Fall zu tragen - immerhin handele es sich um einen Rechtsanspruch der Arbeitnehmer, stellte Hauptstadt-Korrespondentin Franka Welz im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger klar. Die Regierung habe ohnehin "keine andere Wahl", als das Geld bereitzustellen: "Wenn wir jetzt wirklich auf ein Szenario zusteuern, wo wirklich Massenarbeitslosigkeit erfolgt, das wirkt sich dann ja auch auf den ganzen Rest der Wirtschaft aus", sagte Welz.

Günstige Refinanzierung möglich

Wegen der "sehr, sehr guten Kreditkonditionen" auf den Kapitalmärkten könne sich der Bund derzeit auch "vergleichweise günstig" Milliarden besorgen. "Das ist dann eben ein saurer Apfel, in den jetzt herzhaft hineingebissen werden muss, um das Schlimmste abzumildern", so Welz.


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Ein Thema in der Sendung "Der Der Morgen" vom 01.04.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt den nahezu leeren Parkplatz neben dem Haupttor von VW Kassel in Baunatal (Foto: dpa / Uwe Zucchi).

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