Kontra Corona-Bonds - pro Schenkungen

Kontra Corona-Bonds - pro staatliche Schenkungen

Ein Gespräch mit dem Wirtschaftsjournalisten und Blogger Dr. Daniel Stelter über den richtigen Weg zur Hilfe für Corona-gebeutelte Wirtschaftsbranchen

Jochen Erdmenger / Onlinefassung: Rick Reitler   31.03.2020 | 07:15 Uhr

Um jene Firmen und Staaten finanziell am Leben zu halten, die zurzeit schwer mit der Corona-Krise zu kämpfen haben, schlägt der Wirtschaftsjournalist Daniel Stelter Schenkungen durch die Staatskasse vor. "Wie wir die Kosten hinterher verteilen, das ist 'ne andere Frage", so Stelter im SR-Interview.

Der Wirtschaftsjournalist und Blogger Dr. Daniel Stelter hat zur Abmilderung der finanziellen Folgen der Corona-Krise für bestimmte bedürftige Branchen - wie etwa Kinos oder Restaurants - deutlich stärkere Hilfsmaßnahmen des Saates eingefordert.

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So solle das Finanzamt ausnahmsweise mal nicht kassieren, sondern die Umsatzausfälle erst einmal möglichst schnell an die Betroffenen auszahlen - und die "geschenkten" Mittel nur dann zurückfordern, wenn die Unternehmen zur Rückzahlung in der Lage seien. Auf diese Weise bekämen die unterstützten Unternehmer Planungssicherheit, ohne auch nur einen Antrag stellen zu müssen. "Das ist der einfachste Weg, und ich ich bin auch überzeugt, dass das günstiger wäre als das, was wir gerade machen", sagte Stelter im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger. "Das ist allemal besser, als zu früh wieder aufzumachen und dann einen Rückfall zu erleben".

"Solidarität zeigen"

"Wie wir die Kosten hinterher verteilen, das ist 'ne andere Frage", räumte Stelter ein. So genannte "Corona-Bonds", also gemeinschaftliche Schulden der EU, lehnte Stelter allerdings ab - und plädierte dafür, Ländern wie beispielsweise Italien, Portugal oder Spanien das benötigte Geld mithilfe eines eigenen "Europa-Rettungsfonds" ebenfalls einfach zu schenken. "Am Ende wird es uns mehr helfen als irgendwelche gemeinsamen Schulden", so Stelter. "Darüber hinaus sollten wir auch Solidarität zeigen im Gesundheitsbereich".


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 31.03.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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