Symbolbild: Ein Hinweisschild zur Schließung einer Halle wegen des Coronavirus (Foto: SR)

Corona-Krise aktuell

Über die Lage in der Region am Morgen des 30. März 2020

Corolin Dylla / SR-Landespolitikredaktion   30.03.2020 | 07:00 Uhr

Zahlen, Daten, Fakten zur Corona-Krise in der Region am Morgen des 30. März 2020, zusammengetragen von der Landespolitikredaktion des Saarländischen Rundfunks.

Die aktuellen Zahlen

Täglich verlässlich über Corona informiert
Audio [SR 3, Carolin Dylla, 30.03.2020, Länge: 04:46 Min.]
Täglich verlässlich über Corona informiert

Aktuell wurden im Saarland 726 Menschen positiv auf COVID-19 getestet. Stand: Sonntagnachmittag, 15.00 Uhr. Quelle sind die offiziellen Zahlen, die das Gesundheitsministerium einmal pro Tag veröffentlicht. Das sind 112 bestätigte Infektionen mehr als noch am Samstag.

Das Ministerium hat zudem einen weiteren Todesfall bestätigt - insgesamt sind damit bisher sieben Menschen im Saarland an den Folgen der Infektion gestorben. Allerdings steigt auch die Zahl derer, die die Infektion überstanden haben und geheilt sind: momentan sind das 47 Menschen. Deutschlandweit sind laut Johns-Hopkins-Universität (Stand: Montagmorgen, 06.00 Uhr) 62.435 Menschen positiv auf COVID-19 getestet.

Unverändert angespannt ist die Lage in der Nachbarregion Grand Est: dort mussten nach Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde (ARS) am Samstagnachmittag 3777 Menschen wegen einer COVID-19-Infektion im Krankenhaus behandelt werden. 768 von ihnen sind auf Beatmung angewiesen. In Spanien steigt die Zahl derjenigen, die in Folge der Infektion sterben: von Samstag auf Sonntag sind dort binnen 24 Stunden mehr als 800 Menschen gestorben.

Was hat sich im Saarland übers Wochenende getan?

Strahlender Sonnenschein und Temperaturen von fast 20 Grad: da bekommen es einige offenbar nur schwer hin, sich an die Ausgangsbeschränkungen zu halten. Seit Freitagnachmittag hat die Polizei rund 300 Mitteilungen zu Verstößen erhalten - allerdings waren nicht alle zutreffen.

Viele Verstöße gegen Allgemeinverfügung
Bouillon appelliert an Saarländer
Nach den zahlreichen Verstößen gegen die Allgemeinverfügung, hat Innenminister Klaus Bouillon (CDU) die Saarländer dazu aufgerufen, sich an die Allgemeinverfügung zu halten. Zuwiderhandlungen würden nicht toleriert.

Am Saarbrücker Staden waren am Samstag zeitweilig zwischen 150 und 200 Menschen unterwegs. In der Nacht auf Samstag gab es laut Polizei 27 Einsätze wegen Verstößen gegen die Auflagen. Gestern gab es laut Polizei allerdings nur noch sieben Verstöße.

Am Sonntag ist zudem der erste Corona-Fall im so genannten AnKER-Zentrum in Lebach bekannt geworden. Der betreffende Bewohner ist jetzt mit 17 anderen in Quarantäne. Mit derzeit rund 1300 Bewohnern ist das AnKER-Zentrum derzeit an der Obergrenze der Normalbelegung - und damit die Befürchtung groß, dass sich das Virus dort ausbreitet. Deshalb hat die Landesregierung jetzt ein Ausweichquartier für rund 100 besonders gefährdete Bewohnerinnen angemietet: das Gästehaus des Saarländischen Fußballverbands und des Turnerbunds in Braunshausen.

Für die 100 Betroffnen heißt es jetzt: zwei Wochen vorsorgliche Quarantäne dort - und dann Verteilung auf andere Kommunen. Der Bürgermeister von Nonnweiler, Franz-Josef Barth (SPD), findet es generell gut, dass besonders verletzliche Gruppen so geschützt werden sollen - weniger gut fand er allerdings, dass das Ministerium die Gemeinde vorher nicht informiert hat. 

Grenzschließungen sind nicht das Ende der europäischen Solidarität - das zu zeigen hat sich die saarländische Landesregierung in der vergangenen Woche bemüht, indem schwerkranke Corona-Patienten aus Grand Est zur Behandlung ins Saarland geholt wurden. Und auch der Bund packt an: Sowohl am Samstag als auch am Sonntag hat die Bundeswehr schwerkranke COVID-19-Patienten aus Straßburg und Metz ausgeflogen. Sie werden in Krankenhäusern in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen behandelt.

Was steht in dieser Woche voraussichtlich an?

Nachdem es ja letzte Woche schon Thema war: im Laufe des Montags soll voraussichtlich nun endlich die Liste mit den Hallen stehen, die zu so genannten “Corona-Versorgungszentren” umfunktioniert werden sollen. Pro Landkreis eine Halle mit je rund 150 Plätzen - insgesamt also 900 zusätzliche Plätze, um leichte Verläufe von COVID-19-Erkrankungen zu behandeln und Kapazitäten in den Krankenhäusern frei zu halten. 

Aus dem Home Office in Luxemburg arbeiten
Rehlinger fordert Lösung für Grenzgänger
Deutsche Pendler, die in Luxemburg arbeiten, sollen länger aus dem Home Office arbeiten dürfen. Dafür fordert Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) eine Lösung vom Bund.

Und noch ein grenzüberschreitendes Thema könnte diese Woche in den Fokus rücken - nämlich ein wirtschaftliches: Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) fordert vom Bund, die Besteuerung von Grenzpendlern nach Luxemburg zu regeln. Generell gilt: um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden gibt es ein Abkommen zwischen Deutschland und Luxemburg, nach dem Deutschland auf die Besteuerung verzichtet. Sitzt jemand im Home Office, gilt diese Befreiung aber nur für 19 Tage.

In einem Brief hat Rehlinger Bundesfinanzminister Olaf Scholz jetzt aufgefordert, diese 19-Tage-Regel für die Zeit der Corona-Krise auf Eis zu legen. Heißt also: es gibt immer noch an der einen oder anderen Stelle Probleme die auftauchen - und die geregelt werden müssen. 


Weitere Informationen:

Stärkere Grenzkontrollen
Fast 1500 Corona-Infizierte in Luxemburg
In Luxemburg ist die Zahl der bestätigten Corona-Erkrankungen am Donnerstag auf 1453 gestiegen. Das berichtet das „Luxemburger Wort“ unter Berufung auf die Gesundheitsbehörde. Unterdessen brauchen Pendler an der Grenze zu Deutschland starke Nerven.

Covid-19 im Saarland
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Das öffentliche Leben im Saarland steht still und die Zahl der Corona-Patienten steigt täglich weiter. Experten haben Fragen der Saarländer zum neuartigen Coronavirus und dessen Folgen beantwortet.

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Alle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland
In unserem Dossier informieren wir Sie über aktuelle Nachrichten rund um das Coronavirus im Saarland und der Grenzregion.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 30.03.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Symbolbild ganz oben zeigt ein Hinweisschild zur Schließung einer Halle wegen des Coronaviruseinen Mann mit Fieberthermometer.

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