Equal Care Day: "Care-Arbeit ist sehr ungleich verteilt"

"Care-Arbeit ist sehr ungleich verteilt"

Ein Interview mit dem Journalisten Sascha Verlan zur ungleichen Verteilung von Fürsorgearbeit

Jochen Erdmenger   28.02.2020 | 07:25 Uhr

Fürsorgearbeit wie Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen ist weltweit immer noch überwiegend Frauensache. Im Schnitt arbeiten Frauen in Deutschland pro Tag viereinhalb Stunden ohne Bezahlung. Der Journalist Sascha Verlan ist Mitbegründer des "Equal Care Day" am 29. Februar und die ungleiche Verteilung der Care-Arbeit ist ihm ein Dorn im Auge. SR-Moderator Jochen Erdmenger hat mit ihm gesprochen.

"Carearbeit ist weltweit sehr ungleich verteilt - und zwar zu Lasten von Frauen", stellte Sascha Verlan im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger fest. Der Anteil der Frauen sei leider "so sehr viel höher", dass ihnen weniger Zeit bliebe für Dinge wie Arbeiten, politisches Engagement oder Unternehmensgründungen.

Zwar höre man auch zunehmend von Männern, die z. B. eine Elternzeit in Anspruch nähmen - statistisch gesehen sei dieser Wandel allerdings nur "sehr zaghaft", so Verlan.

Aufklärungsarbeit

"Wir haben diesen Tag gegründet, um viel mehr Medienwirksamkeit zu erzeugen", sagte Verlan. Die Gesellschaft in Deutschland müsse ins Gespräch kommen und sich deutlich machen, was die momentane Situation für das Zusammenleben bedeute. Vielleicht könne man gemeinsam eine "gerechtere, fairere Aufteilung und Lösung finden".

Hintergrund

Der gemeinnützige Verein klische*esc e.V. koordiniert die übergreifende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für den Equal Care Day. Er wendet sich Veranstaltungen und Projekten zu, die rund um den 29. Februar auf die mangelnde Wertschätzung und unfaire Verteilung von Care-Arbeit aufmerksam machen.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 28.02.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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