Italien: Leben in der "Roten Zone"

Leben in der "Roten Zone"

Ein Gespräch mit Italien-Korrespondent Nikolaus Nötzel über den Stand der Dinge am Morgen des 25. Februar

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   25.02.2020 | 06:55 Uhr

Der Italien-Korrespondent Nikolaus Nützel sieht die große Herausforderung für die Menschen in den abgesperrten Städten und Dörfern der "Roten Zone" in der Langeweile: Obwohl sie gar nicht schwer erkrankt seien, müssten sie jetzt tagelang "die Zeit totschlagen". Ein Interview zur Lage.

Für Italien-Korrespondent Nikolaus Nützel besteht die große Herausforderung für die Menschen in den abgesperrten Städten und Dörfern Italiens in der Langeweile: "Die Menschen sind ja nicht schwer krank in diesen Orten", stellte Nützel im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Erdmenger klar. Trotzdem müssten sie jetzt tagelang "die Zeit totschlagen", sofern sie in einer "Roten Zone" lebten.

Nicht unbedingt tödlich

Nützel warnte zudem vor Panik: Bei einer Infektion mit dem Corona-Virus handele es sich zwar um "eine Krankheit, mit der man nicht spaßen sollte" - ein tödliches Risiko bestehe aber wohl vor allem für "Leute mit Vorerkrankung".

... und was ist mit Deutschland?

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