"Die Hamburger SPD ist ideologisch sehr, sehr breit aufgestellt"

"Die Hamburger SPD ist ideologisch sehr, sehr breit aufgestellt"

Ein Gespräch mit dem Politologen Dr. Kamil Marcinkiewicz zwei Tage vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg

Thomas Shihabi. Onlinefassung: Rick Reitler   21.02.2020 | 17:40 Uhr

Der Hamburger Politologe Dr. Kamil Marcinkiewicz sieht in Hamburg durchaus Chancen für die Wiederwahl des amtierenden Regierenden Bürgermeisters Peter Tschentschner (SPD), sofern sich sich der Spendenskandal um die Warburg-Bank nicht negativ im Wahlverhalten durchschlagen sollte. Ein Interview.

Am Sonntag, 23. Februar, sind die Bürgerinnen und Bürger des Landes Hamburg zur Wahl einer neuen Bürgerschaft aufgerufen. Werden es die Abgeordneten im Rathaussaal am Ende genauso schwer haben, eine stabile Regierung zu bilden wie ihre Kolleginnen und Kollegen in Thüringen?

SPD-Hochburg Hamburg

Der Hamburger Politologe Dr. Kamil Marcinkiewicz glaubt nicht so recht daran: Er sieht durchaus Chancen für die Wiederwahl des amtierenden Regierenden Bürgermeisters Peter Tschentschner (SPD), sofern sich sich der Spendenskandal um die Warburg-Bank nicht negativ durchschlagen sollte. "Das kann für Tschentscher sehr ungünstig sein", räumte Marcinkiewicz im Gespräch mit SR-Moderator Thomas Shihabi ein.

Andererseits sei in Hamburg das SPD-Wählerpotenzial traditionell besonders treu: Wegen ihrer breiteren und pragmatischeren Ausrichtung als auf Bundesebene finde die SPD ihre Anhänger unter Menschen "von Mitte links bis Mitte rechts". "Die Hamburger SPD ist ideologisch sehr, sehr breit aufgestellt", stellte Marcinkiewicz klar. Für die CDU sei es in der Metropole deshalb auch besonders schwer, "eine Nische für sich zu finden". Die Umfragewerte von Tschentschners stärkster Konkurrentin, der Grünen Katharina Fegebank, seien zudem in den vergangenen Wochen etwas gesunken.

Rolle der AfD unklar

Die AfD werde in der Hansestadt bei der Besetzung des Regierungschefs wohl ebensowenig eine große Rolle spielen wie die übrigen Parteien. Den Grund dafür sieht Marcinkiewicz vor allem darin, dass "bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg die Probleme der Hansestadt eine wichtige Rolle spielen, nicht die Probleme, die auf der Bundesebene diskutiert werden." Da AfD-Anhänger sich aber meist nur ungern an Umfragen beteiligten, bestehe in diesem Punkt eine "große Unsicherheit".


Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Abend" am 21.02.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Foto ganz oben zeigt Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen), Zweite Bürgermeisterin von Hamburg und Spitzenkandidatin für die Bürgerschaftswahl, und Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister in Hamburg und Spitzenkandidat für die Bürgerschaftswahl, bei einem Fototermin vor der TV-Diskussion "Das Duell" beim Norddeutschen Rundfunk NDR (Foto: dpa / Christian Charisius).

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