CDU in der "größten Krise in ihrer Geschichte"

CDU in der "größten Krise in ihrer Geschichte"

Ein Interview mit SR-Landespolitikchef Michael Thieser zum angekündigten Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer und zur Zukunft der CDU

Jochen Erdmenger. Onlinefassung: Rick Reitler   11.02.2020 | 09:01 Uhr

Für SR-Landespolitikchef Michel Thieser ist Annegret Kramp-Karrenbauer über eine ganze Reihe von Schwierigkeiten gestolpert: mangelnde Autorität in einer zerstrittenen Partei, kommunikative Pannen und die Trennung von Kanzlerschaft und Parteivorsitz. Die CDU habe nun die "größte Krise in ihrer Geschichte" zu überstehen. Ein Interview.

CDU uneins: In welche Richtung soll es gehen?
Audio [SR 1, (c) SR 1 Christian Balser im Gespräch mit Politikwissenschaftler Uwe Jun, 11.02.2020, Länge: 02:35 Min.]
CDU uneins: In welche Richtung soll es gehen?

Nach nur 14 Monaten als CDU-Chefin hat Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am 10. Februar angekündigt, den Parteivorsitz spätestens im Dezember 2020 beim regulären Parteitag abzugeben und auch nicht als Kanzlerkandidatin 2021 anzutreten.

Historische Krise

Für SR-Landespolitikchef Michael Thieser ein folgerichtiger Schritt: In der ganzen Zeit habe AKK es nicht geschafft, jene Autorität zu entwickeln, die man braucht, um eine zerstrittene Partei zusammenzuhalten. Kramp-Karrenbauer sei zwar gut gestartet, habe aber auch einige Fehler gemacht. Und letztlich sei es immer noch die Kanzlerin, die die Richtlinen in der deutschen Politik bestimme. Nun stehe die Partei vor der schwierigen Aufgabe, die "größte Krise in ihrer Geschichte" zu überstehen.

Der Kommentar:

Kommentar zum AKK-Rückzug
"Sie wollte, aber sie konnte nicht!"
"Ich kann, ich will und ich werde!" - Das hatte Annegret Kramp-Karrenbauer einst selbstbewusst verkündet. Das Ende heißt nun: Sie wollte, aber sie konnte nicht! Ein Kommentar von SR-Landespolitikchef Michael Thieser zu AKKs Rückzug von der Parteispitze.


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Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" vom 11.02.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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