FDP und CDU denken über "überparteiliche Landesregierung" nach

Nachdenken über "überparteiliche Landesregierung"

Wie könnte der Thüringer Landtag sich auf einen Ministerpräsidenten einigen?

Uli Hauck. Onlinefassung: Rick Reitler   11.02.2020 | 06:40 Uhr

Linke und SPD haben eine Abkehr der CDU von ihrem Unvereinbarkeitsbeschluss gefordert, damit Rot-Rot-Grün unter Bodo Ramelow doch noch Wirklichkeit in Thüringen werden kann. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak und FDP-Chef Christian Lindner favorisieren allerdings offenbar eine "überparteiliche Landesregierung" als gemeinsame Option.

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Neutraler Kandidat?

Linke und SPD fordern unterdessen eine Abkehr der CDU von ihrem Unvereinbarkeitsbeschluss, damit Rot-Rot-Grün unter Ramelow doch noch Wirklichkeit werden kann. Um genau das zu verhindern, sehen CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak und FDP-Chef Christian Lindner eine "überparteiliche Landesregierung, bis es zu Neuwahlen kommt", offenbar doch als Option an, wie Uli Hauck berichtet - Stand Mittag des 10. Februar.

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Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" am 10.02.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Foto ganz oben zeigt Bodo Ramelow (Die Linke, l), früherer Ministerpräsident von Thüringen, und Susanne Hennig-Wellsow (Die Linke, 2.v.l), Partei- und Fraktionsvorsitzende, nach einer Fraktionssitzung der Linken im Thüringer Landtag.

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