"Erst weggehen, wenn die Beschneidung bei Null ist"

"Erst weggehen, wenn die Beschneidung bei Null ist"

Ein Interview mit Christa Müller, Verein Intact

Stephan Deppen   06.02.2020 | 12:45 Uhr

Bundesentwicklungsminister Müller ist zur Zeit auf Afrika-Reise. Dort hat der Minister angekündigt gegen weibliche Genitalverstümmelung mehr finanzielle Mittel bereitzustellen. Ob das genügt? Dazu im Interview: Christa Müller vom Verein Intact, der sich gegen Genitalverstümmelung engagiert.

Entwicklungsminister Müller besucht auf seiner Afrika-Reise Somalia, Äthiopien und den Sudan und hat angekündigt, die deutschen Initiativen gegen weibliche Genitalverstümmelung zu verstärken. Vier Millionen Euro sollen bereitgestellt werden. Im Sudan beispielsweise werden 90 Prozent der Frauen Opfer der Genitalverstümmelung. Einzelne Projekte über veschiedene Länder verteilt schafften hier keine nachhaltige Abhilfe, sagt Christa Müller vom Verein Intact. Seit 1996 engagiert sich der Verein gegen Genitalverstümmelung bei Frauen.

"Es wichtig, dass man es systematisch macht"

Es komme darauf an, ein Land über flächendeckende Aufklärung komplett von der Beschneidung zu befreien und über auch darüberhinaus vor Ort zu sein, so Christa Müller. Die Länder müssten schrittweise nacheinander und systematisch befreit werden. Dazu müsse man vor allem religiöse Führer überzeugen, indem man ihnen die schlimmen Folgen bei betroffenen Frauen zeige.

Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 06.02.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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