Kritik an Trumps Nahost-Plänen: "Ein total einseitiges Vertragswesen"

"Ein total einseitiges Vertragswesen"

Ein Interview mit Prof. Alfred Hornung, dem Präsidenten der Gesellschaft für Amerika-Studien an der Universität Mainz, über Donald Trumps Nahost-Pläne

Holger Büchner. Onlinefassung: Rick Reitler   29.01.2020 | 07:45 Uhr

Der Mainzer Amerika-Experte Prof. Alfred Hornung hat die Nahost-Pläne von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Die Interessen der Palästinenser seien bei Trumps Zwei-Staaten-Lösung viel zu wenig berücksichtigt worden, sagte Hornung im Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner.

Prof. Alfred Hornung, der Präsident der Gesellschaft für Amerika-Studien an der Universität Mainz, hat im Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner die Nahost-Pläne des amerikanischen Präsidenten Donald Trump scharf kritisiert. Das Papier sei in den vergangen drei Jahren von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner ausgearbeitet worden. Die Interessen der Palästinenser seien dabei viel zu wenig berücksichtigt worden, meinte Hornung.

Wahlkampfhilfe

Man könne "wirklich nicht aufrecht erhalten", dass es sich bei Trumps Idee einer Zwei-Staaten-Lösung um "einen Friedensplan" oder um eine "Win-Win-Situation" handele - vielmehr habe Trump "ein total einseitiges Vertragswesen" vorgestellt, das vor allem dem Wahlkampf von Benjamin Netanjahu und Trump selbst dienen solle.

Die Angst der Palästinenser

Aus seiner Sicht sei es verständlich, dass die Palästinenser nun fürchteten, wie schon 1948 Opfer von Vertreibungen oder Entrechtungen zu werden. Hornung betonte, dass es sich bei der israelischen "Landnahme" im Westjordanland um "illegale Aktionen" handele.

Hintergrund:

tagesschau.de: Reaktionen auf Trumps Nahost-Plan
"Ohrfeige des Jahrhunderts"
Die Palästinenserführung weist den Nahost-Plan von US-Präsident Trump wütend zurück. Israel hingegen fühlt sich bestätigt und zeigt sich entschlossen.


Das Bild ganz oben zeigt Donald Trump (l), Präsident der USA, und Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel, während einer Veranstaltung im Ostsaal des Weißen Hauses. Trump sieht in seinem Nahost-Plan nach eigenen Angaben eine Zwei-Staaten-Lösung für Israel und die Palästinenser vor. (Foto: dpa / AP / Alex Brandon). Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 29.01.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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