VdK-Chef Lang zum Grundrenten-Streit: "Das ist eine Frage des Wollens"

"Das ist eine Frage des Wollens"

Ein Interview mit Armin Lang, dem Vorsitzenden des Sozialverbands VdK, zum Streit um den Aufschub der Grundrente

Holger Büchner. Onlinefassung: Rick Reitler   28.01.2020 | 07:40 Uhr

Armin Lang, der Vorsitzenden des Sozialverbands VdK, hat im SR eine zügige Einführung der Grundrente für langjährige Geringverdiener gefordert. Der beschlossene Rentenzuschlag müsse auf jeden Fall "zumindest wie vorgelegt" realisiert werden. Es gehe nicht nur um die Glaubwürdigkeit der Union, sondern auch um die Anerkennung von Lebensleistungen.

Statt schon im Januar 2021 soll der bereits beschlossene Zuschlag für Geringverdiener, die langjährig in die Sozialversicherung eingezahlt haben, erst ein halbes Jahr später kommen - nämlich erst im Juli 2021. Diese Position vertritt in der Bundesregierung u. a. Peter Weiß, der Arbeitsmarktexperte der Union. Für ihn ist die Finanzierung so einer "Grundrente" offenbar noch nicht geklärt.

"Jetzt durchstarten"

Armin Lang, der Landesvorsitzende des Sozialverbandes VdK, ist strikt gegen einen Aufschub. Im Gespräch mit SR-Moderator Holger Büchner forderte er, "jetzt durchzustarten" und die Grundrente "auf jeden Fall" zu realisieren, und zwar "zumindest wie vorgelegt". Es gehe dabei auch um die Glaubwürdigkeit der Union.

"Tricks und Täuschungen"

Für ihn sei die Grundrente "nicht eine Frage der Zeit, sondern eine Frage des Wollens". Bei jedem der bislang "drei Anläufe, die Renten von Niedrigverdienern zu verbessern", habe es "Tricks und Täuschungen" gegeben, "um aus dieser sozialpolitisch dringend notwendigen Maßnahme wegzukommen".

Lang plädierte stattdessen dafür, die Lebensleistung der Niedrigverdienerinnen und Verdiener anzuerkennen. "Rente hat mit Bedürftigkeit nichts zu tun", betonte Lang, "Rente ist die Anerkennung von Leistung".

Der andere Blickwinkel:

Kommentar: "Der Rentenstreit ist nicht ungefährlich"
Audio [SR 2, Kai Küstner, 28.01.2020, Länge: 01:36 Min.]
Kommentar: "Der Rentenstreit ist nicht ungefährlich"
Die GroKo in Berlin hat ihren nächsten Zankapfel: Die Grundrente. Eigentlich sollte die ab Anfang 2021 kommen. Sozialminister Heil will den dazugehörigen Gesetzentwurf im Februar ins Kabinett bringen. Aber: Die Union hat jetzt einen Aufschub des Grundrenten-Starts um sechs Monate ins Spiel gebracht - und das damit begründet, die Finanzierung sei noch nicht eindeutig geklärt. Der Streit spitzt sich zu - und das könnte für die GroKo ein gefährlicher Streit werden, kommentiert Kai Küstner. Nun müssten "beide Seite liefern", um das Vertrauen der Menschen in die GroKo nicht weiter zu schwächen.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 28.01.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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