Prof. Harald Grethe: Mehr Fördergeld für die Agrarwende!

Für mehr Fördergeld für die Agrarwende!

Ein Gespräch mit dem Berliner Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Harald Grethe

Jochen Marmit. Onlinefassung: Rick Reitler   17.01.2020 | 14:45 Uhr

Der Berliner Agrarwissenschaftler Prof. Harald Grethe hat mehr Fördergelder für jene Bauern gefordert, die die Forderungen nach mehr Tierschutz, Umweltschutz und Klimaschutz erfüllten. Deutschland könne sich auf EU-Ebene für entsprechende Regelungen stark machen, sagte Grethe im SR-Interview.

Der Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Harald Grethe (Foto: Pressefoto)
Der Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Harald Grethe


Überdüngte Böden, Artensterben, Klima-Änderungen: Die deutschen Landwirte sehen sich zurzeit vielfältigen Vorwürfen ausgesetzt. Zu recht, meinen ihre Kritiker aus den Reihen der Klima- und Tierschützer. Anlässlich der Grünen Woche in Berlin, DER internationalen Landwirtschaftsmesse, treten beide Seiten mit vielfältigen Protestaktionen gegeneinander an.

Mehr Geld für Bauern

Für den Berliner Agrarwissenschaftler Prof. Harald Grethe wäre ein Interessenausgleich keineswegs undenkbar: An den Nahrungsmittelpreisen könne man zwar nicht allzu viel ändern - viel Gestaltungsspielraum aber bestehe bei der "Förderpolitik". Sein Vorschlag: Jene Leistungen für Tierschutz, Umweltschutz und Klimaschutz, "die wir haben wollen", sollten eben "mit Zahlungen" honoriert werden.

Mehr Klarheit für Verbraucher

Deutschland könne sich auf EU-Ebene dafür einsetzen, "dass diese Möglichkeiten in Zukunft noch erweitert werden", schlug Grethe im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Marmit vor. Außerdem plädierte er für eine bessere Kennzeichnung für Klasse-statt-Masse-Produkte.


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Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 17.01.2020 auf SR 2 KulturRadio.

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