"Deutlich höhere Kosten, pro Jahr immer ein bisschen mehr"

"Deutlich höhere Kosten, pro Jahr immer ein bisschen mehr"

Ein Interview mit Hauptstadt-Korrespondent Marcel Heberlein über den Klimapaket-Kompromiss zwischen Bund und Ländern

Karin Mayer. Onlinefassung: Rick Reitler   16.12.2019 | 12:35 Uhr

Bund und Länder haben sich doch noch auf ein "Klimapaket" geeinigt: Der CO2-Einstiegspreis pro Tonne soll demnach ab 2021 nicht zehn, sondern sogar 25 Euro betragen - und dann auch noch "deutlich höher steigen". Dass dieser Plan auch vom Bundesrat abgesegnet werden wird, daran hat Hauptstadt-Korrespondent Marcel Heberlein keinen Zweifel.

Bund und Länder haben sich am 16. Dezember doch noch auf ihr gemeinsames "Klimapaket" geeinigt: Der CO2-Einstiegspreis pro Tonne soll demnach ab 2021 nicht zehn, sondern sogar 25 Euro betragen - und dann auch noch "deutlich höher steigen".

Strom und Bahn günstiger

Auf jene Millionen Bürger, die Benzin, Diesel, Heizöl oder Gas verbrauchten, kämen also "deutlich höhere Kosten" zu, "pro Jahr immer ein bisschen mehr", sagte Hauptstadt-Korrespondent Marcel Heberlein im Gespräch mit SR-Moderatorin Karin Mayer. Zum Ausgleich sollen die Strom- und Bahnticketpreise für die Bürger sinken. Die Bundesländer sollen für die dadurch entstehenden Steuerausfälle ebenfalls "entschädigt" werden, erklärte Heberlein.

"So ein bisschen ein Kuhhandel"

All dem muss nun nur noch der Bundesrat zustimmen. Dass dies geschehen wird, daran hat Heberlein keinen Zweifel - auch wenn es sich bei dem nun aktuellen Beschluss "so ein bisschen" um einen "Kuhhandel" gehandelt habe.

Hintergrund:

tagesschau.de: Klimapaket
Einigung auf höheren CO2-Preis
Bund und Länder haben sich in den Verhandlungen zum Klimapaket geeinigt. So soll der CO2-Einstiegspreis ab 2021 bei 25 statt zehn Euro liegen. Damit kann das Paket am Freitag, 20. Dezember, vom Bundesrat verabschiedet werden.


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Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 16.12.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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