Wahl in Großbritannien: "Corbyn hat niemand verstanden"

"Corbyn hat niemand verstanden"

Ein Interview mit London-Korrespondent Jens-Peter Marquardt

Thomas Shihabi. Onlinefassung: Rick Reitler   13.12.2019 | 12:45 Uhr

London-Korrespondent Jens-Peter Marquardt führt die deutliche Wahlniederlage von Labour-Chef Jeremy Corbyn auch auf dessen misslungenen Wahlkampf zurück. Für Wahlsieger Boris Johnson kündige sich schon der nächste Großkonflikt an: Schottland könnte die Unabhängigkeit verlangen.

London-Korrespondent Jens-Peter Marquardt führt die deutliche Niederlage von Labour-Chef Jeremy Corbyn bei der Unterhaus-Wahl auch darauf zurück, dass Corbyn mit für viele Wähler unverständlichen Aussagen in den Wahlkampf gezogen sei - ganz im Gegensatz zum klaren Kurs von Wahlgewinner Boris Johnson.

"Corbyn hat niemand verstanden", sagte Marquardt im Gespräch mit SR-Moderator Thomas Shihabi. Viele Briten hätten an der Wahlurne wohl nach der Devise gehandelt: "Lieber ein Boris Johnson in der Downing Street als dieser Extremist."

Scheren nun die Schotten aus?

Auch wenn der Weg zum Brexit am 31. Januar für Premier Boris Johnson nun frei sei, sei der nächste "riesige Konfliktstoff" für Boris Johnson schon abzusehen: Schottland könnte ein Unabhängigkeitsreferendum anstreben, um doch noch in der EU bleiben zu können.


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Ein Thema aus der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 13.12.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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