Frankreichs "schwarze Tage" dauern an

Die "schwarzen Tage" dauern an

SR-Korrespondentin Sabine Wachs am Morgen des zweiten Generalstreik-Tages in Frankreich

Sabine Wachs / Onlinefassung: Rick Reitler   06.12.2019 | 06:55 Uhr

Schon der erste Tag des Generalstreiks in Frankreich hat die bisher größten Massenproteste gegen die Regierung Emmanuel Macron überhaupt zustande gebracht. Korrespondentin Sabine Wachs fasst die überwiegend friedlichen Ereignisse des ersten Streiktages zusammen - und blickt voraus auf das Wochenende.

Große Teile des Verkehrs standen still, rund 80 Prozent der Züge fielen aus - so sah es am 5. Dezember in Frankreich aus. Der erste Tag des Generalstreiks hat die bisher größten Massenproteste gegen die Regierung Emmanuel Macron überhaupt zustande gebracht: Das Innenministerium sprach von landesweit 700.000 Menschen auf den Straßen, die Gewerkschaften gaben gut doppelt so viele Teilnehmer an.

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Nach Einschätzung von Frankreich-Korrespondentin Sabine Wachs verlief der erst Streiktag noch "überwiegend friedlich", auch wenn es mancherorts in den Nachmittags- und Abendstunden durchaus zu "erwartbaren" Ausschreitungen gekommen sei.

Ein Ende des Kräftemessens zwischen Präsident Macron, der Regierung und den Gewerkschaften ist für sie allerdings nicht in Sicht, weil Macron sich strikt weigert, von seinen Rentenreformplänen abzulassen. "Nach dem 'schwarzen Donnerstag', an dem der Nah- und Fernverkehr im Land größtenteils stillstand, droht nun der 'schwarze Freitag', das 'schwarze Wochenende' und der 'schwarze Montag' ", so Wachs.


Generalstreik in Paris
Video [SR.de, (c) Sabine Wachs, 05.12.2019, Länge: 00:22 Min.]
Generalstreik in Paris
In Frankreich hat der Generalstreik gegen die Rentenreform begonnen. Große Teile des öffentlichen Lebens sind lahmgelegt. Bislang laufen die Proteste friedlich. Sabine Wachs ist in Paris vor Ort.


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In Frankreich hat der Generalstreik gegen die Rentenreform begonnen. Große Teile des öffentlichen Lebens sind lahmgelegt. Bislang laufen die Proteste weitgehend friedlich, die Behörden befürchten aber, dass es noch zu Ausschreitungen kommen kann.


Ein Thema aus der Sendung "Der Morgen" am 06.12.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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