Zentrum für politische Schönheit: "Der Erfolg gibt ihnen meistens recht"

"Der Erfolg gibt ihnen meistens recht"

Ein Gespräch mit SR-Reporterin Barbara Grech über den Diebstahl der Grabplatte Franz von Papens durch die "Kunst-Aktivisten" des Kollektivs das "Zentrum für politische Schönheit"

Katrin Aue / Onlinefassung: Rick Reitler   04.12.2019 | 07:15 Uhr

Das Künstlerkollektiv "Zentrum für politische Schönheit" hat den Diebstahl der Grabplatte des ehemaligen Reichskanzlers Franz von Papen vom Friedhof im saarländischen Wallerfangen zugegeben. SR-Reporterin Barbara Grech erläutert die Hintergründe.


Das Künstlerkollektiv "Zentrum für politische Schönheit" hat mal wieder zugeschlagen: Die Gruppe bekannte sich zum Diebstahl der rund 130 Kilogramm schweren Grabplatte des ehemaligen Reichskanzlers Franz von Papen vom Friedhof im saarländischen Wallerfangen.

Protest-Aktion

Begründet hätten die "Kunst-Aktivisten" ihre Tat u. a. damit, "die historische Schuld des deutschen Konservatismus aufarbeiten" zu wollen, erläuterte SR-Reporterin Barbara Grech im Gespräch mit SR-Moderatorin Katrin Aue. Man könne zwar "zu Recht" bemängeln, dass das Kollektiv immer wieder zu derart "drastischen Mitteln" greife, sagte Grech, "der Erfolg gibt ihnen aber meistens recht". Für sie steht das "Zentrum für politische Schönheit" in der Tradition des Aktionskünstlers Christoph Schlingensief.


Und so sieht das Künstlerkollektiv sich selbst:

"Das Zentrum für Politische Schönheit ist die radikale Form des Humanismus: eine Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit. [...] Wir formen den politischen Widerstand des 21. Jahrhunderts und bewaffnen die Wirklichkeit mit moralischer Phantasie und der Geschichte. Widerstand ist eine Kunst, die weh tun, reizen und verstören muss. Wir experimentieren mit den Gesetzen der Wirklichkeit und drängen in die Leerstelle, die jahrzehntelang von den öffentlichen Intellektuellen besetzt wurde: das moralische Gewissen." (Quelle: https://politicalbeauty.de)

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 04.12.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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