GroKo Berlin: "Da ist nun unheimlich viel Musik drin"

"Da ist nun unheimlich viel Musik drin"

Ein Gespräch mit Hauptstadtkorrespondentin Angela Ulrich über die Chancen der GroKo nach der Wahl der SPD-Parteispitze

Katrin Aue / Onlinefassung: Rick Reitler   02.12.2019 | 08:15 Uhr

Die GroKo in Berlin steht auf immer wackligeren Füßen: Mit Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans stehen nun zwei erklärte GroKo-Skeptiker an der SPD-Parteispitze. Für Hauptstadtkorrespondentin Angela Ulrich wird wohl entscheidend sein, mit welchen Forderungen an CDU/CSU die beiden ins Rennen geschickt werden.

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Bei der seit einem halben Jahr mit Spannung erwarteten Stichwahl für den SPD-Parteivorsitz haben sich überraschend nicht Olaf Scholz und Klara Geywitz durchgesetzt, sondern Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, zwei erklärte GroKo-Skeptiker.

Die beiden wollen sich nun auf dem Berliner SPD-Parteitag (6. bis 8. Dezember) offiziell zur neuen Doppel-Parteispitze ernennen lassen, um dann baldmöglichst Nachverhandlungen über den Koalitionsvertrag mit der Union einzuleiten. Genau dem hat CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer aber bereits eine klare Absage erteilt.

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Platzt nun die ganze Große Koalition? "Es wird jetzt, glaube ich, nicht sofort passieren", sagte Haupstadtkorrespondentin Angela Ulrich im Gespräch mit SR-Moderatorin Katrin Aue. Entscheidend sei für den Fortbestand des Regierungsbündnisses letztlich, mit welchen Forderungen Esken und Walter-Borjans von der Partei ins Rennen geschickt würden.

Sollte das neue Duo beispielsweise auf einem Ende der "schwarzen Null" für den Haushalt bestehen, könnte sich wohl Finanzminister und "Sparkommmissar" Olaf Scholz nicht mehr lange halten - und solcherlei Personalquerelen könnten "das Koalitionsgefüge wieder ins Wanken" bringen. "Eine richtige Voraussage über die Dauer der GroKo wage ich, ehrlich gesagrt, im Moment nicht", so Ulrich, "da ist nun unheimlich viel Musik drin".


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Das Bild oben zeigt Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken nach der Bekanntgabe des Ergebnisses der Abstimmung zum SPD-Vorsitz im Willy-Brandt-Haus Berlin. (Foto: dpa / Kay Nietfeld).

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 02.12.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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