Hans Lauer: "Die Bauern sind bereit mehr zu machen, aber das muss entsprechend honoriert werden"

Bauernverbands-Chef kritisiert Agrarpaket

Ein Interview mit Hans Lauer, dem Hauptgeschäftsführer des Saarländischen Bauernverbands, zu den Protesten in Berlin

das Interview führte Peter Weitzmann   26.11.2019 | 15:00 Uhr

Etwa 10.000 Landwirte sind am 26. November nach Berlin gereist, um mit ihren Traktoren lautstark zu protestieren. Sie setzen sich für einen Erhalt landwirtschaftlicher Betriebe, gegen schärfere Düngeregeln und Umweltvorgaben sowie gegen eine "Verunglimpfung" von Bauern ein. Auch acht Landwirte aus dem Saarland nehmen an der Demonstration teil.

Der Protest der Landwirte richtet sich besonders gegen das vom Bundeskabinett beschlossene Agrarpaket, das strengere Vorgaben zum Insekten- und Umweltschutz vorsieht. Zum Schutz des Grundwassers sollen auch die Düngeregelungen verschärft werden. Dass Landwirte für sauberes Grundwasser sorgen müssen, befürwortet Hans Lauer, der Hauptgeschäftsführer des Saarländischen Bauernverbandes. Aber das dürfe nicht durch Einschränkungen geschehen, die jegliche Bewirtschaftung von Agrarflächen unmöglich machten.

Die Landwirte in Berlin warnen mit ihrer Protestaktion davor, dass die Existenz landwirtschaftlicher Betriebe gefährdet sei. Laut Hans Lauer sind die Bauern bereit, umweltfreundlicher zu produzieren. Allerdings müsse sich das auch finanziell auszahlen. Er kritisiert, dass an die Landwirte immer mehr Forderungen gestellt werden, durch die ihre Produktionskosten steigen. Auf der anderen Seite sind die Kunden Lauer zufolge aber nicht bereit, mehr für die Produkte zu zahlen.

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Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 26.11.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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