Spanien droht erneut politischer Stillstand

Spanien droht erneut politischer Stillstand

Ein Gespräch mit Spanien-Korrespondent Reinhard Spiegelhauer nach der Parlamentswahl in Spanien vom 10. November 2019

Audio: Kai Schmieding. Onlinefassung: Rick Reitler   11.11.2019 | 07:25 Uhr

Trotz des erneuten Siegs der Sozialisten bei den spanischen Parlamentswahlen wird es womöglich bald schon wieder Wahlen geben, meint Spanien-Korrespondent Reinhard Spiegelhauer: Eine Minderheitenregierung wäre wohl zu schwach, eine starke GroKo aber aus Sicht der verfeindeten Volksparteien undenkbar. Ein Interview.

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Politische Lage bleibt verzwickt
Spanien hat zum zweiten Mal in diesem Jahr gewählt - doch die Dauerkrise ist damit nicht beendet. Die Sozialisten verfehlten die absolute Mehrheit. Der wahre Gewinner ist eine andere Partei.


In Spanien haben die Sozialisten von Ministerpräsident Pedro Sánchez bei der bereits zweiten Parlamentswahl in diesem Jahr trotz leichter Verluste die meisten Wählerstimmen geholt - für eine parlamentarische Mehrheit reicht es aber nicht. Jetzt strebt Sánchez eine Minderheitsregierung an, für die er allerdings die Unterstützung des linken Lagers sowie einiger Regionalparteien brauchen würde.

"Selbst wenn er das hinkriegen würde, dann wäre es eine sehr schwache Regierung", stellte Spanien-Korrespondent Reinhard Spiegelhauer im Gespräch mit SR-Moderator Kai Schmieding fest. Womöglich gebe es dann in einem halben oder auch in anderthalb Jahren schon wieder Wahlen.

GroKo undenkbar?

Ein großes Problem sieht Spiegelhauer darin, dass eine Große Koalition von Sozialisten und der konservativen Volkspartei von beiden Parteien seit Jahrzehnten ausgeschlossen wird, selbst wenn inzwischen viele Wählerinnen und Wähler genau dieses Modell unterstützen würden.

Hintergrund/Archiv

Bereits Ende April 2019 waren die Bürgerinnen und Bürger in Spanien zur Parlamentswahl aufgerufen. Auch damals reichte es nicht zu einer stabilen Regierung:

Spanien nach der Parlamentswahl
"Die Spanier stehen vor einem Scherbenhaufen"
Trotz des klaren Siegs der Sozialisten bei den spanischen Parlamentswahlen wird es der bereits amtierende sozialistische Regierungschef Pedro Sanchez schwer haben, eine starke Koalition zu schmieden, meint Madrid-Korrespondent Marc Dugge: "Dieses Parlament ist komplett zersplittert."

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 11.11.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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