Manfred Thesing, Katholikenrat: "Wir sehen die Reform nicht negativ"

Katholikenrat: "Wir sehen die Reform nicht negativ"

Ein Interview mit Manfred Thesing, Vorsitzender des Katholikenrats im Bistum Trier

Ursula Thilmany-Johannsen / Onlinefassung: Rick Reitler   18.10.2019 | 11:00 Uhr

Manfred Thesing, der Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Trier, hat die umstrittene Großpfarreien-Reform des Bistums Trier verteidigt: "Wir sehen die Reform nicht negativ", sagte er im Gespräch mit SR-Moderatorin Ursula Thilmany-Johannsen. Bei der Ausarbeitung der Reform seien auch die Interessen der Laien ausreichend berücksichtigt worden.

Der Trierer Bischof Stefan Ackermann hat vor Kurzem seine Reform für Großpfarreien beschlossen: Aus zurzeit knapp 900 Pfarreien sollen bald nur noch 35 Verwaltungseinheiten werden. Damit sollen die Geistlichen u. a. von der Verwaltungsarbeit entlastet werden, um mehr Zeit für seelsorgerische Tätigkeiten zu haben. Die Reform war bei einer aufwändigen, mehrjährigen Diözesansynode entwickelt worden.

Laien-Interessen berücksichtigt

Manfred Thesing, der Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Trier und Synoden-Teilnehmer, ist mit dem Vorgehen der Bistumsspitze einverstanden: "Wir sehen die Reform nicht negativ", sagte er im Gespräch mit SR-Moderatorin Ursula Thilmany-Johannsen. Immerhin habe der Katholikenrat "die Synode mitgetragen" und "befördert".

Eine Frage des Willens

Bei der Synode seien auch die Interessen der Laien ausreichend berücksichtigt worden, betonte Thesing: "Wir haben viele Dinge abgestimmt, und es war deutlich, dass die Laien ihre Dinge unterbringen konnten". Er gehe davon aus, dass die Verwaltungsreform gelingen werde, "wenn alle Beteiligten das auch so wollen."

Weitere Informationen: https://www.bistum-trier.de


Manfred Thesing, dem Vorsitzenden des Katholikenrats im Bistum Trier (Foto: imago images/Becker&Bredel)
Links im Bild: Manfred Thesing auf der Diözesansynode (Foto: imago images/Becker&Bredel)

Hintergrund

Das Bistum Trier hat am 15. Oktober die rechtliche Grundlage zur Errichtung der geplanten Großpfarreien mit einem entsprechenden kirchenrechtlichen Gesetz geschaffen.

Die 887 Pfarreien im Bistum, die bereits 172 Gemeinschaften bilden, sollen zu 35 Großpfarreien zusammengelegt werden. Am 1. Januar 2020 sollen die ersten 15 Großpfarreien entstehen, u. a. in Saarbrücken, St. Wendel und Tholey. Ein Jahr später sollen die übrigen 20 Großpfarreien folgen. Die Initiative "Kirchengemeinde vor Ort" hatte wiederholt gegen die Zusammenlegung der Pfarreien protestiert.

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Ein Thema in der Sendung "Religion und Welt" vom 19.10.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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