"Wir brauchen ganz dringend Tempo 30"

"Wir brauchen ganz dringend Tempo 30"

Ein Gespräch mit Annika Meenken vom Verkehrsclub Deutschland (VCD), Berlin

Thomas Shihabi / Onlinefassung: Rick Reitler   08.10.2019 | 12:55 Uhr

Kurz vor dem Beginn des Dialogforums für den Nationalen Radverkehrsplan in Berlin hat Annika Meenken vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) im SR-Interview einige Forderungen aufgestellt - zum Beispiel Tempo 30 innerorts, mehr finanzielle Anreize für den Radwegebau und bessere Verknüpfungen zwischen Rad, ÖPNV und Auto.

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Annika Meenken vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Berlin hat die Bundesregierung im SR-Interview aufgefordert, mehr für den Fahrradverkehr in Deutschland zu unternehmen. Sie wünsche sich von der Bundesregierung vor allem bessere Möglichkeiten für die Länder und Kommunen, um die Straßenverkehrsordnung (StVO) im Sinne der Fahrradförderung zu verändern, sagte Meenken im Gespräch mit SR-Moderator Thomas Shihabi. Außerdem müssten bessere Verknüpfungen zwischen Rad, ÖPNV und PKW und generell bessere finanzielle Anreize im Radwegebau geschaffen werden.

Damit Radfahren "so angenehm und sicher wie das Autofahren" werden könne, sei zudem ein Tempolimit von 30 km/h als "Grundgeschwindigkeit in den Städten und Gemeinden" nötig.

Ziele verfehlt

Das ursprüngliche Ziel des Radwegeplans der Bundesregierung, bis 2020 fünfzehn Prozent Radverkehrsanteil zu erreichen, werde ihrer Ansicht nach "leider krachend" verfehlt werden, kritisierte Meenken. Bislang liege man lediglich bei elf Prozent.

Hintergrund

Am Nachmittag des 8. Oktober 2019 eröffnet Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in Berlin ein sogenanntes Dialogforum, in dem anhand des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) die künftige Radverkehrspolitik in Deutschland erörtert werden soll.

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