Ein banger Blick auf die türkisch-syrische Grenze

Ein banger Blick auf die türkisch-syrische Grenze

Ein Interview mit Türkei-Korrespondent Christian Buttkereit zur Lage an der türkisch-syrischen Grenze

Kai Schmieding / Onlinefassung: Rick Reitler   08.10.2019 | 07:55 Uhr

Falls die Türkei eine neue Offensive gegen kurdischen Milizen in Nordsyrien starten sollte, rechnen die Vereinten Nationen mit noch größeren Flüchtlingsbewegungen in der seit Jahren umkämpften Grenzregion. Im Gespräch mit SR-Moderator Kai Schmieding erklärt Türkei-Korrespondent Christian Buttkereit die komplexe Gemengelage.

US-Präsident Donald Trump hatte am 7. Oktober angekündigt, amerikanische Soldaten abzuziehen, die im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Nordsyrien stationiert sind. Das würde mehr Macht und Freiheit für das türkische Militär bedeuten, das es vor allem auf die Gebiete der kurdischen Milizen im Norden Syriens abgesehen hat - offiziell, um dort syrische Flüchtlinge anzusiedeln.

Von Verrat, Drohungen und Sanktionen

Die Kurden fühlen sich nun vom Ex-Verbündeten USA verraten, und die Vereinten Nationen (UN) rechnen mit mehr statt weniger Flüchtlingsbewegungen, sofern die Türkei tatsächlich eine neue Offensive starten sollte. Sollte die Türkei dabei "inhuman" handeln, will Trump offenbar Sanktionen gegen die Türkei durchsetzen. Ähnliche Ankündigungen Trumps gegen den Nato-Verbündeten Türkei blieben bislang allerdings meist ohne Folgen, wie Türkei-Korrespondent Christian Buttkereit im Gespräch mit SR-Moderator Kai Schmieding erklärt.

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Ein Thema aus der Sendung "Der Morgen" vom 08.10.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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