Warum Chinesen sich auf die Couch legen

Warum Chinesen sich auf die Couch legen

Interview mit dem Psychoanalytiker Dr. Alf Gerlach, Shanghai Mental Health Center

Sally-Charell Delin. Onlinefassung: Rick Reitler   30.09.2019 | 16:06 Uhr

Seit dem Ende der Kulturrevolution ist in China das Interesse an psychologischer Beratung und Psychotherapie gestiegen. Als Hintergründe sieht der Psychoanalytiker und China-Kenner Dr. Alf Gerlach u. a. die Ein-Kind-Familienpolitik Pekings und die individuelle Sinnsuche. Ein Interview.

Am 1. Oktober 2019 feiert die Volksrepublik China ihr 70-jähriges Bestehen. Nicht erst seit der Kulturrevolution in den 1960er und 1970er Jahren unter Mao Zedong gilt das Riesenreich politisch als extrem autoritär, auch wenn der wirtschaftliche Aufschwung das Land ein Stück weit "westlicher" und individualistischer gemacht hat. So ist beispielsweise das Interesse an psychologischer Beratung und Psychotherapie gestiegen.

Sinnsuche nach dem Ende der Kulturrevolution

Und die Chinesinnen und Chinesen suchen aus denselben Gründen Hilfe wie die Europäer, wie der Psychoanalytiker Dr. Alf Gerlach im Gespräch mit SR-Moderatorin Sally-Charell Delin bestätigt: Depressionen, Angstzustände, oder Zwangsstörungen. Als Hintergründe sieht Gerlach u. a. die Ein-Kind-Familienpolitik Pekings und die Sinnsuche nach dem Ende der Kulturrevolution.

Dr. Alf Gerlach ist seit 1997 am Shanghai Mental Health Center zuständig für die Ausbildung in psychoanalytischer Psychotherapie.

Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 30.09.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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