"Killed in Action": Zehn Jahre Luftangriff auf Kundus

Zehn Jahre Luftangriff auf Kundus

Ein Interview mit ARD-Korrespondent Christoph Heinzle zum Luftangriff auf Kundus 2009

Thomas Shihabi. Onlinefassung: Rick Reitler   04.09.2019 | 12:45 Uhr

Am 4. September 2009 ließ der deutsche Oberst Georg Klein in Afghanistan US-Piloten anweisen, Bomben auf von Taliban entführte Tanklaster zu werfen. Dabei starben auch fast 100 afghanische Zivilisten. Der damalige Afghanistan-Korrespondent Christoph Heinzle erklärt zum Jahrestag seine Sicht der Dinge.

NDR-Podcast
Killed in Action - Deutschland im Krieg
Kämpfen und Töten, Verwundung und Sterben gehören spätestens seit 2009/10 zur "Verteidigungsarmee" Bundeswehr. Die Ex-Korrespondenten Christoph Heinzle und Kai Küstner erzählen die Lebensgeschichten beteiligter Soldaten und zeichnen den grundlegenden Wandel der Bundeswehr in einer Podcast-Serie nach.


Vor genau zehn Jahren, am 4. September 2009, hat ein Einsatz der Bundeswehr die Lage in Afghanistan und den Blick auf das deutsche Militär verändert. Der deutsche Oberst Georg Klein hatte nahe Kundus US-Piloten angewiesen, Bomben auf von Taliban entführte Tanklaster zu werfen - vorgeblich, um einen Terrorakt im Bundeswehrlager zu vereiteln. Dabei fanden fast 100 afghanische Zivilisten den Tod.

Krieg - oder nicht?

Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU) aber vermied es, das Wort "Krieg" in den Mund zu nehmen. Ds tat erst sein Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Vor Ort in Afghanistan war damals auch ARD-Korrespondent Christoph Heinzle als Berichterstatter. Im SR-Interview erklärt er seine Sicht der Dinge.

Mehr zum Thema:

ZeitZeichen: 4. September 2009
Der Luftangriff auf Kundus
Auf Anweisung des Bundeswehrkommandeurs Oberst Georg Klein werfen US-Piloten Bomben über einem von Taliban gekaperten Tanklastwagen ab. Doch neben den Kämpfern verlieren auch 91 Zivilisten ihr Leben. Mehr über den fatalen Einsatz bei Kundus erfahren Sie im SR 2-ZeitZeichen vom 4. September.

Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 04.09.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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