Die Spannung in Sachsen und Brandenburg steigt

Die Spannung in Sachsen und Brandenburg steigt

Hauptstadtkorrespondent Uli Hauck mit dem Stand der Dinge fünf Tage vor den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg

Uli Hauck. Onlinefassung: Rick Reitler   27.08.2019 | 06:25 Uhr

Welche Parteien müssen bei den Wahlen in Brandenburg und Sachsen am kommenden Sonntag besonders um ihre Parlamentssitze bangen? Für beide Länder bedeuten die hohen Zustimmungswerte für die AfD schwierige Koalitionsverhandlungen. Uli Hauck fasst den Stand der Dinge fünf Tage vor dem Wahlsonntag zusammen.

Fähnchen mit der Aufschrift: Alternative für Deutschland (Foto: SR)
Symbolbild: Der Erfolg der Alternative für Deutschland (AfD) macht den übrigen Parteien in den Landtagen in Dresden und Potsdam zu schaffen (Foto: SR Fernsehen)


In Sachsen und in Brandenburg finden am Sonntag, 1. September, Landtagswahlen statt. In beiden Ländern ist es möglich, dass die Alternative für Deutschland (AfD) erstmals die stärkste Kraft wird. Welche Parteien müssen besonders um ihre Stimmenanteile und Parlamentssitze bangen?

In Sachsen werden die Linken wohl hinter CDU und AfD auf Rang drei im Parteienspektrum abrutschen, und auch die SPD wird im Dresdener Landtag wohl massive Verluste hinnehmen müssen.

In Brandenburg sieht's für die SPD zwar deutlich besser aus - doch auch hier dürfte es zu einem Kopf- an-Kopf-Rennen mit der AfD kommen. Für beide Länder bedeutet das schwierige Koalitionsverhandlungen.


Umfragewerte Infratest dimap, Stand 22.08.2019:

Sonntagsfrage Sachsen

Archivbild: Ein Blick in den Plenarsaal des sächsischen Landtags, Dresden (Foto: dpa / picture alliance / ZB / Sebastian Kahnert)
Archivbild: Ein Blick in den Plenarsaal des sächsischen Landtags, Dresden (Foto: dpa / Sebastian Kahnert)

CDU: 30 % (+ 4 Prozentpunkte im Vergleich zur Umfrage Anfang Juli 2019)
AfD: 24 % (-2 Prozentpunkte)
Linke: 16 % (+ 1 Prozentpunkt)
Bündnis 90/Die Grünen: 11 % (- 1 Prozentpunkt)
SPD: 7 % (- 2 Prozentpunkte)
FDP: 5 % (+- 0 Prozentpunkte)
Freie Wähler: 4 % (+ 1 Prozentpunkt)

Sonntagsfrage Brandenburg

Archivbild: Ein Blick in den Plenarsaal des brandenburgischen Landtags, Potsdam (Foto: dpa / picture alliance / Christoph Soeder)
Archivbild: Ein Blick in den Plenarsaal des brandenburgischen Landtags, Potsdam (Foto: dpa/Christoph Soeder)

SPD: 22 % (+ 4 Prozentpunkte im Vergleich zum BrandenburgTrend Anfang Juni 2019)
AfD 22 % (+ 1 Prozentpunkt)
CDU: 18 % (+ 1 Prozentpunkt)
Linke: 15 % (+ 1 Prozentpunkt)
Bündnis 90/Die Grünen: 12 % (- 5 Prozentpunkt)
FDP: 5 % (+- 0 Prozentpunkte)
BVB/Freie Wähler: 4 % (+- 0 Prozentpunkte)


Mehr zum Thema:

DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier
Über "Ossis", die Wende und fehlende Autoritäten
Die Autorin und frühere DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier glaubt, dass der Erfolg der AfD in den ostdeutschen Bundesländern auch auf die Abwanderung der "kritischen Intelligenz" vor dem Mauerbau und nach dem Mauerfall zurückgeht. Im SR-Interview bedauerte sie das Fehlen von "wirklichen Autoritäten, die etwas vorleben".

Politikwissenschaftler Prof. Everhard Holtmann
"Hohe Anzahl unentschlossener Wähler"
Der Politikwissenschaftler Prof. Everhard Holtmann blickt angesichts der aktuellen Infratest-dimap-Umfrage skeptisch auf die Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg am 1. September: Valide Vorhersagen über den Ausgang der Wahlen seien problematisch, weil die Wechselbereitschaft der Wähler ausgeprägter sei als früher. Das AfD-Potenzial sieht er bei den aktuell gut 20 Prozent auf dem Zenit.


Hintergrund:

mdr.de
Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg
Am 1. September werden in Sachsen und Brandenburg neue Landesparlamente gewählt. In beiden Ländern will die AfD stärkste Kraft werden. Sie könnte in Sachsen an der seit fast 30 Jahren dominierenden CDU und in Brandenburg an der SPD vorbeiziehen. In Sachsen sorgte im Vorfeld ein Streit um die AfD-Landesliste für Wirbel.


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 27.08.2019 auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen