Brexit: Warten auf Johnsons zündende Idee

Warten auf Johnsons zündende Brexit-Idee

Ein Interview mit Hauptstadt-Korrespondent Frank Aischmann zum Antrittsbesuch von Premierminister Boris Johnson in Berlin

Katrin Aue. Onlinefassung: Rick Reitler   22.08.2019 | 08:15 Uhr

Bis zum 31. Oktober hat Großbritanniens Premier Boris Johnson noch Zeit, den Brexit zu organisieren. Am liebsten wäre ihm wohl ein neues EU-Abkommen, um die Nachteile aus dem gültigen "Deal" abzuschwächen. Doch ohne triftige Gründe und ohne neue Ideen werde er damit wohl kaum durchkommen, meint Korrespondent Frank Aischmann nach Johnsons Antrittsbesuch in Berlin.

Bis zum 31. Oktober 2019 hat Boris Johnson noch Zeit, den Brexit zu organisieren. Am liebsten wäre dem neuen Premierminister Großbritanniens wohl eine neue Verhandlungsrunde mit den übrigen Staaten der EU, um die Nachteile aus dem gültigen "Deal" abzuschwächen, den seine Vorgängerin Theresa May vor Monaten ausgehandelt hatte.

Ball im Feld Großbritanniens

Doch ohne triftige Gründe werde er damit wohl kaum durchkommen, meint Korrespondent Frank Aischmann im Gespräch mit SR-Moderatorin Katrin Aue: Bundeskanzlerin Merkel habe bei Johnsons Antrittsbesuch in Berlin am 21. August bereits signalisiert, dass es allein an den Briten liege, in Brüssel einen besseren Vorschlag als die bereits festgezurrte Austrittsabmachung auf den Tisch zu bringen.

Knackpunkt "Backstop": Boris Johnson in Berlin
Audio [SR 2, Uli Hauck, 22.08.2019, Länge: 03:03 Min.]
Knackpunkt "Backstop": Boris Johnson in Berlin

Hintergrund

Der britische Premierminister Boris Johnson war am 21. August zu Gast in Berlin, um mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Chancen für eine Nachverhandlung des Brexit-Deals auszuloten. Er möchte unter anderem, dass die sogenannte "Backstop"-Regelung gestrichen wird: eine Garantieklausel für eine offene Grenze zu Irland.

"Wirklich neue, konkrete Vorschläge für einen EU-Austritt Großbritanniens ohne Backstop machte Johnson aber nicht", berichtet Hauptstadt-Korrespondent Uli Hauck. Lediglich den Verzicht auf "physische Kontrollen" zwischen Nordirland und Irland habe Johnson versprochen. Merkel habe zwar Gesprächsbereitschaft signalisiert, aber keine konkreten Zugeständnisse gemacht: Sie gehe offenbar davon aus, dass der Brexit zum 31. Oktober kommt - so oder so.


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Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Morgen" vom 22.08.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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