"Artenschutz und Klimaschutz sind untrennbar"

"Artenschutz und Klimaschutz sind untrennbar"

Im Interview mit Pro Wildlife-Mitbegründerin Sandra Altherr

Thomas Shihabi, Onlinefassung: Laszlo Mura   16.08.2019 | 11:52 Uhr

In Genf beginnt am Samstag die 18. Weltartenschutzkonferenz. Neben den 183 Teilnehmerländern ist auch die NGO Pro Wildlife verteten. SR-Moderator Thomas Shihabi hat sich mit der Pro Wildlife-Mitbegründerin Sandra Altherr u. a. über "Schutz vor Wilderei" und "Handel mit gefährdeten Arten" unterhalten, aber auch gefragt, was man als Einzelner für den Erhalt der Artenvielfalt tun kann.

Die aktuellen Prognosen seien sehr alarmierend, so Sandra Altherr. Das Komsumverhalten und Ausbreiten des Menschen sei die Ursache dafür, dass "eine unglaubliche Menge an Arten mit ins Verderben" gerissen würde. Manche Artenpopulationen sollen derart dezimiert sein, dass jede einzelne Entnahme eines Tieres entscheidend sein könne, befürchtet die Pro Wildlife-Mitbegründerin.

"Ein fatales Signal an den Markt"

1990 hatte es ein absolutes Handelsverbot für Elfenbein gegeben, so Altherr. Anschließend seien die "Märkte zusammengekracht" und die Wilderei auch. Dann soll es aber "auf Druck hin der südlichen afrikanischen Ländern, sowie China und Japan" zweimal die Erlaubnis für den Abverkauf von Elfenbein-Lagerbeständen gegeben haben. Darin sieht Sandra Altherr die Ursache für das heutige Wilderei-Problem. "Wo ein legaler Markt mit wertvoller Ware existiert, da gibt es auch immer einen illegalen".

"Artenschutz und Klimaschutz"

Der Einzelne soll die Artenvielfalt dadurch begünstigen können, dass er bewusster konsumiert. "Wir brauchen keine Python-Lederschuhe, wir brauchen keine Froschschenkel auf dem Teller, wir brauchen auch kein exotisches Haustier in der Wohnung." Auf den ökologischen Fußabdruck solle man natürlich auch achten, mahnt Sandra Altherr: "Artenschutz und Klimaschutz sind untrennbar".

Hintergrund

In Genf beginnt am 17. August die 18. Weltartenschutzkonferenz. Neben den 183 Teilnehmerländern ist auch die Tier- und Artenschutzorganisation Pro Wildlife verteten, um in den kommenden knapp zwei Wochen über 160 Tagesordnungspunkte mitzuberaten.

Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 16.08.2019 auf SR 2 KulturRadio.

Artikel mit anderen teilen